In Pakistans größter Stadt Karatschi starben 289 Menschen bei einem Brand in einer Textilfabrik. Auch der Billigladen KiK ließ hier Jeans nähen. Wie geht der Konzern mit den verheerenden Folgen des Brands um und welche Konsequenzen zieht er für die Zukunft? Hinz&Kunzt hat bei Sprecher Dr. Michael Arretz, Mitglied der Geschäftsleitung, nachgefragt.
Die Zahl hat abgenommen, aber sie ist immer noch zu hoch: 1590 Zwangsräumungen gab es in Hamburg 2012. Durch die Arbeit der Fachstellen für Wohnungslosigkeit konnten viele Räumungen verhindert werden. In anderen Städten können sie noch erfolgreicher arbeiten, weil sie mehr Personal haben.
Über hundert Jahre nachdem in Deutschland zum ersten Mal der Frauentag begangen wurde, ist der Weg zur Gleichstellung noch weit: Frauen verdienen deutlich weniger als Männer. In Folge dessen droht Frauen eher Altersarmut als Männern.
Wenn sich Mieter steigende Mieten nicht mehr leisten können, müssen sie ausziehen. Im Zweifelsfall werden sie vom Gerichtsvollzieher dazu gezwungen. Wir haben eine Zwangsräumung in Berlin begleitet, mit einem Gerichtsvollzieher über seinen Job gesprochen und uns die Situation in Hamburg angesehen.
Zwei Mal im Monat rückt Olaf Schmalbein aus, um Menschen aus ihrer Wohnung zu werfen. Was der Gerichtsvollzieher vom Amtsgericht Berlin-Mitte dabei erlebt, ist belastend – für die Zwangsgeräumten wie für den 51-jährigen. Ein Erfolg ist für ihn, wenn er die drohende Räumung noch abwenden kann.
Olaf Schmalbein ist Gerichtsvollzieher, sieht sich aber auch als Sozialarbeiter.
Hinz&Kunzt: Wie werden Sie bei einer Zwangsrämung in der Regel empfangen?
Olaf Schmalbein: Meistens sind die Wohnungen verlassen und komplett geräumt, teilweise werden sie in einem schlimmen Zustand zurückgelassen. Ganz selten treffe ich jemanden an. Meistens sind es Leute, die schon mit dem Rücken zur Wand stehen und einen Punkt erreicht haben, an dem sie sich selbst nicht mehr helfen können.
H&K: Und dann kommen Sie und nehmen ihnen die Wohnung weg. Haben Sie da kein schlechtes Gewissen?
Schmalbein: Wir sind auch nur Menschen und das belastet einen schon. Man muss einen Schutzmechanismus aufbauen, sonst kann man den Job nicht machen. Für mich ist es beruhigend, wenn ich bei einer Räumung niemanden antreffe.
H&K: Und wenn doch, erleben Sie da Dinge, die Sie nicht vergessen können?
Schmalbein: Einmal habe ich einen Schuldner auf der Straße vor seiner Wohnung getroffen. Er hat mir gleich den Schlüssel übergeben und wollte auch nicht mehr mit hineinkommen. Die Wohnung sah so aus, als ob er gerade aufgestanden und zur Arbeit gegangen wäre. Der wollte einfach nichts mehr sehen, nichts mehr hören, gar nichts. Ich habe auch schon mal jemanden gefunden, der sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Der wollte sich das Leben nehmen, alles war voll Blut. So was passiert. Daran habe ich schwer zu knabbern.
H&K: War es für Sie auch schon mal gefährlich?
Schmalbein: Sie kommen da hin, und jeder wird anders mit der Situation fertig. Der eine ist ganz ruhig, andere werden aggressiv. Ein Schuldner hatte mal den Gashahn aufgedreht: Ein Funke hätte gereicht, und wir wären mitsamt der Hütte in die Luft geflogen. Ein Kollege wurde sogar schon mal bei einer Zwangsräumung niedergestochen. In solche Situationen kann man durchaus kommen. Räumungen sind eine massive Belastung, oft für alle Beteiligten.
H&K: Was machen Sie denn gerne in Ihrem Job?
Schmalbein: Wenn ich einen Schuldner nach zwei Jahren wieder treffe und er ist schuldenfrei, dann ist das für mich ein Erfolg. Man ist als Gerichtsvollzieher auch Sozialarbeiter.
H&K: Haben Sie ein Beispiel?
Schmalbein: Ich erinnere mich an eine Familie, die richtig Probleme hatte. Die Wohnung stand kurz davor, geräumt zu werden. Ich habe es geschafft, dass sie zu einer Beratung ging und sich helfen ließ. Ihre Probleme hat sie dann in den Griff bekommen und die Räumung konnte abgewendet werden.
H&K: In Kreuzberg haben Hunderte Menschen versucht, eine Zwangsräumung zu blockieren. Was halten Sie davon?
Schmalbein: Ich bezweifle, dass solche Blockaden im Interesse des Schuldners sind. Ich würde einfach gehen und zwei Tage später wiederkommen. Dann räume ich, ohne dass 100 Leute vor der Tür sitzen. Dem Schuldner ist mit so was nicht geholfen.
H&K: Mit solchen Aktionen wollen die Menschen aber helfen. Sie halten solche Räumungen für moralisch nicht gerechtfertigt.
Schmalbein: Natürlich kann man moralisch etwas gegen eine Räumung haben. Aber rein juristisch ist es ja in der Regel vollkommen korrekt. Es gibt meistens einen Eigentümer, der mit seinem Eigentum etwas machen möchte. Ob das gut oder schlecht ist, habe ich nicht zu bewerten. Ich kann ja keinen rechtsfreien Raum schaffen.
H&K: Als Gerichtsvollzieher setzen Sie Gesetze um. Gesetze können aber auch mal ungerecht sein.
Schmalbein: Gesetze zu bewerten steht mir als Gerichtsvollzieher nicht zu. Ich habe aber Probleme damit, wenn ich Forderungen auf den Schreibtisch bekomme, die ungerecht sind. Zum Beispiel, wenn alte Menschen bei einer Butterfahrt über den Tisch gezogen wurden und viel Geld für ein paar blöde Heizdecken bezahlen sollen. Aber was soll ich machen?
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Die Zwangsräumung von Ali Gülbol ist in Berlin zu einem Symbol für steigende Mieten und Verdrängung geworden. Hunderte Menschen versuchten im Februar, der Gerichtsvollzieherin mit einer Sitzblockade den Weg zu seiner Wohnung zu versperren. Jahrelang hatte sich Gülbol vorher vor Gericht mit dem Vermieter um eine Mietsteigerung gestritten.
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„Hamburg, mein Hafen“ ist eine Hymne auf das Leben in dieser Stadt. Jetzt hat die Musikerin Meike Schrader zusammen mit Moderatorin Wiebke Colmorgen das Stück auf Plattdeutsch produziert.
Dirk Bielefeldt ist kaum bekannt. Seine Kunstfigur, der leicht verwirrte Polizist „Herr Holm“, dafür umso mehr. In Bielefeldts neuem Programm ist Holm im modernen Polizeidienst angekommen. Mit Skype, Powerpoint und Internet.
(aus Hinz&Kunzt 241/März 2013)
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