Abgründe in der City

Hinz&Künztler zeigen das andere Gesicht der Innenstadt

(aus Hinz&Kunzt 134/April 2004)

Geschäftsleute und Politiker sind sich einig: Hamburgs „gute Stube“ ist die City mit ihren glitzernden Boutiquen und klotzigen Konsumtempeln. Beim Stadtrundgang „Nebenschauplätze“ zeigen Hinz & Künztler wie es ist, in der guten Stube auch schlafen zu müssen.

Der Diebstahl

Neun Stifte, die niemand vermisst. Ein Hinz&Kunzt-Verkäufer soll sie gestohlen haben. Jetzt drohen ihm zehn Monate Gefängnis.

(aus Hinz&Kunzt 134/April 2004)

Die neun Stifte, die vor der Richterin auf dem Tisch liegen, werden in allen deutschen Karstadt-Filialen verkauft. Sie kosten zusammen 62,05 Euro. Doch Hinz & Kunzt-Verkäufer Frank Huml soll sie nicht bezahlt, sondern gestohlen haben. So haben es Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelt – von Amts wegen, ohne dass der Kaufhaus-Konzern den Verlust angezeigt hätte.

Der Totschlag

Die Wirklichkeit kann so tragisch sein, dass Strafe ihren Sinn verliert. Richter Claus Rabe und die Mutter, die ihr Baby tötete.

(aus Hinz&Kunzt 134/April 2004)

Der Richter sucht den Blick der Angeklagten. „Vielleicht wäre es sinnvoll, mit der Geburt zu beginnen“, formuliert er vorsichtig. Die Angeklagte nickt und fängt an zu sprechen. Vor wenigen Wochen leitete Claus Rabe, Vorsitzender Richter am Landgericht Hamburg, den Prozess gegen eine junge Frau, die ihr kleines Kind getötet hat. „Todes-Mutter“ hieß die Angeklagte in der „Morgenpost“. Die Anklage lautete Totschlag. Während der Ermittlungen hatte die Angeklagte behauptet, dass es ein Unfall gewesen sei.

Die Schatzkiste

Partnervermittlung für geistig Behinderte

(aus Hinz&Kunzt 134/April 2004)

Vor fünf Jahren gründete der Psychologe Bernd Zemella in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf eine Partnervermittlung für geistig Behinderte. 60 Paare haben sich seitdem gefunden. Im Herbst 2001 gaben sich Volker und Moni Lauer das Jawort – das erste Paar, das auch vor den Standesbeamten trat. Peter Brandhorst besuchte die beiden.

Ein gewichtiger Fall

Dieter Pfaff rettet als TV-Anwalt einen Hinz & Künztler vor dem Knast

(aus Hinz&Kunzt 134/April 2004)

Knips. Knips. Mit einer Zange und zwei Handgriffen löst der freundliche junge Mann das Zone-30-Schild vom Laternenpfahl. Nichts ist echt hier. Nicht mal die Verkehrsberuhigung. Gedreht wird auf St. Pauli, spielen soll die ARD-Serie „Der Dicke“ in Altona. In den Hauptrollen von Folge acht: Dieter Pfaff als Anwalt Ehrenberg, Hartmut Schories und Charly Hübner als zwei Hinz & Kunzt-Verkäufer.

Menschen im Gericht

Wachtmeisterin, Protokollführer und Zaungäste

(aus Hinz&Kunzt 134/April 2004)

Chef für eine halbe Stunde

Was ich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz erlebte

(aus Hinz&Kunzt 133/März 2004)

Vorstellungsgespräch, Assessment-Center, Eignungstest: So wählen Unternehmen ihre Auszubildenden aus. Doch auch die Bewerber merken, was der künftige Arbeitgeber bietet und ob „die Chemie“ stimmt. Ein Erfahrungsbericht von Stefan Ahrens.

Jessica ist tot

Eine junge Frau erzählt vom Selbstmord ihrer besten Freundin

(aus Hinz&Kunzt 133/März 2004)

Es war nicht Jessicas erster Versuch, sich das Leben zu nehmen. Schon vier Wochen zuvor nahm die 18-Jährige eine Überdosis Tabletten. „Da fanden ihre Eltern sie, bevor es zu spät war“, sagt die damals 15 Jahre alte Inken. Sie und Jessica waren eng befreundet. „Wir haben uns oft getroffen und über Gott und die Welt gequatscht. Ich kannte nur wenige Personen, auf die man sich so gut verlassen konnte. Sie war immer für mich da, wenn es mir schlecht ging.“

Kalte Platte!

Die Jugendredakteure Veronika Pohl und Philipp Ratfisch schliefen eine Nacht lang draußen

(aus Hinz&Kunzt 133/März 2004)

„Mehr Glück brauche ich nicht“

Gerd und Stephanie feierten Berberhochzeit

(aus Hinz&Kunzt 133/März 2004)

Stephanie und Gerd begegnen sich am Hauptbahnhof. Sie unterhalten und verlieben sich. Nach ein paar Monaten heiraten sie. Was sich ganz gewöhnlich anhört, ist doch sehr selten. Denn Hinz & Künztler Gerd lebt seit 20 Jahren auf der Straße.