Liebesgeschichte mit Happy End

Der Schnaps war Ickes bester Freund. Bis er Susi kennenlernte. Eine Geschichte, die fast zu schön und trotzdem wahr ist

(aus Hinz&Kunzt 189/November2008)

Bei manchen Menschen würde man glatt drauf wetten, dass sie nie nie mehr aus dem Dreck kommen. Icke war so ein Mensch. Bis er Hinz&Kunzt und Susi kennenlernte. Susi (Name geändert) bemerkt Icke am 6. Dezember 1993 zum ersten Mal. Der Obdachlose mit dem Berliner Akzent steht an seinem Verkaufsplatz am Berliner (!) Tor mit Nikolausmütze auf dem Kopf, nüchtern und verkauft gut gelaunt das Straßenmagazin. Der dunkelhaarige Mann mit den netten Augen fällt ihr auf, nur so.

Rock ’n’ Roll von Restakzent

Raues Leben, raue Töne – die Hinz&Kunzt-Band probt in einer früheren Polizeiwache für den großen Auftritt

(aus Hinz&Kunzt 189/November2008)

Schwarze Klamotten, abgewetzte Lederjacken. Kippe und Bier in der Hand und nie um eine schnelle Antwort verlegen. So präsentiert sich „Restakzent“, die Hinz&Kunzt-Band. Erst Anfang 2007 gegründet, haben die Rock ’n’ Roller schon einige Umbesetzungen erfahren, weil einige Bandmitglieder vom rauen Wind des Lebens wieder aus der Spur gefegt wurden. Davon lassen sie sich aber nicht unterkriegen. Das gehört dazu, zum Rock ’n’ Roll. Was sie musikalisch draufhaben, zeigen sie am 7. November in der Fabrik.

„Keine Panik, die Party geht weiter“

Von Udo Lindenberg stammt das Motto für unseren Geburtstag „Hinterm Horizont geht‘s weiter“. Sybille Arendt sprach mit der Rocklegende über die Bedeutung seines alten Refrains, ein Leben im Hotel und den Wert von Freundschaften

(aus Hinz&Kunzt 189/November2008)

Alle wollen etwas von Udo Lindenberg, seit er mit seiner aktuellen Platte „Stark wie Zwei“ ein erfolgreiches Album veröffentlichte. Wir auch. Aber wir wegen eines mehr als 20 Jahre alten Songs, den wir als Motto für unser Geburtstagsheft gewählt haben: „Hinterm Horizont geht’s weiter“. Wir treffen ihn bei den Proben vor dem Start zu seiner Tournee in Rostock. Sybille Arendt sprach mit ihm über das Leben ohne eigene Wohnung, Freundschaft und natürlich Hinz&Kunzt.

„Papa, hast du Arbeit?“

Um seine Kinder in Polen zu versorgen, verkauft Mariusz in Hamburg Hinz&Kunzt. Wie hundert andere hat er weder in seiner Heimat noch hier eine echte Perspektive

(aus Hinz&Kunzt 189/November2008)

London, 4. März 2003. Mariusz Lesiak hat auch in der dritten Nacht auf dem Rasen des Hyde Parks kaum geschlafen. Zu schmerzhaft ist die Sehnsucht nach seiner Frau und seinern Kindern – und die Einsamkeit. In der Millionenstadt kennt Mariusz nur eine Menschenseele: Lukasz, der sich neben ihm zusammenkauert. Die dünnen Decken schützen die beiden Männer kaum vor Nässe und Kälte. Englands Hauptstadt zeigt sich den jungen Polen von ihrer unbarmherzigsten Seite. Mariusz ist ganz unten.

Adventskränze und Kronenkorken

Die Frauengruppe von Hinz&Kunzt präsentiert fünf außergewöhnliche Adventskränze

(aus Hinz&Kunzt 190/Dezember 2008)

Fünf Frauen sitzen um zwei große Tische herum, ein Haufen Bastelmaterial liegt in der Mitte und Kuchen auf den Tellern. Den hat Susi mitgebracht, wie immer wenn die Hinz&Kunzt-Frauengruppe sich trifft. Der Raum ist kühl, das Klima auch. „Stellt euch nicht so an“, raunzt Susi, als sich jemand über die Kälte beschwert. „Ich habe zehn Jahre Platte gemacht, da war es kälter.“

Aids – die unsichtbare Krankheit

Lothar Weber ist seit 12 Jahren HIV-positiv. Er klärt Jugendliche über die Krankheit auf, denn die Infektionsrate mit dem Virus steigt wieder, genau wie die Angst vor einem Outing

(aus Hinz&Kunzt 190/Dezember 2008)

Es begann in einem Traumurlaub in Südafrika. Lothar Weber fuhr mit einem Jeep durch einen Nationalpark, wollte mehr von der Natur sehen und wich vom Weg ab. Ein Nashorn rammte sein Auto, das sich überschlug, Lothar Weber wurde schwer verletzt. Er verlor viel Blut und wurde von Rangern entdeckt, die ihn ins Krankenhaus brachten.

Das vorläufige Ende einer Abschiebung

Ihre Mitschüler und viele Freunde haben für sie gekämpft. Es hat sich gelohnt. Liana (15) und Grischo (11) durften nach Hamburg zurückkehren

(aus Hinz&Kunzt 190/Dezember 2008)

Die Odyssee von Liana (15) und Grischo (11) ist vorläufig zu Ende:

Die beiden Geschwister waren im März nach Armenien abgeschoben worden, zusammen mit ihrem Vater, aber ohne ihre Mutter und die kleine Schwester Sona (H&K berichtete). Im September durften sie nach Hamburg zurückkehren. Freunde, Mitschüler und Lehrer hatten sich für die Familie eingesetzt. Die Ausländerbehörde hat ihnen eine „Erlaubnis zum vorläufigen Betreten“ Hamburgs erteilt.

Die Einfach-Günstig-Lecker-Brutzler

Wenn das Geld knapp ist, bleibt die Ernährung oft auf der Strecke. Dass gesundes Essen keine Zauberei ist, lernen junge Mütter bei Kochkursen der Hamburger Tafel

(aus Hinz&Kunzt 190/Dezember 2008)

Ratlos betastet Sandra Kretzschmar den Kohlkopf, der behäbig übers Schneidebrett kullert. Wie soll aus diesem massiven Riesengemüse ein leckeres Hauptgericht werden? Gegenüber hat Asli Yarvuz schon losgelegt. Großzügig schält sie mit einem Messer einen Apfel. „Ich gebe dir einen Sparschäler“, sagt Sabine Kuchenbecker und zeigt gleich noch, wie Orangen filetiert werden. Suzana Sindjic und Savena Kästner kommen mit ihrer Aufgabe, Brokkoli zu putzen und zu zerlegen, ganz gut alleine klar.

Die Kinder sind dann mal weg

Frau T. wurden die Kinder weggenommen, sie will sie wiederhaben, aber das ist gar nicht so leicht. Frank Keil hat die Geschichte aus ihrer Sicht aufgeschrieben

(aus Hinz&Kunzt 190/Dezember 2008)

Am Anfang hat sie immer geweint. Nicht vor den Kindern! Da hat sie sich immer zusammengerissen. Sondern auf dem Weg vom Kinderheim nach Hause. Frau T. sagt: „Ich wusste ja, ich sehe meine Kinder erst in drei Wochen wieder; vorher nicht.“ Frau T.s beiden jüngsten Kinder Robin (5) (Namen der Kinder geändert, die Red.) und Marvin (4) sind seit 13 Monaten in einem Kinderheim in einer Familiengruppe untergebracht.

Stille Nacht auf dem Kiez

Die Weihnachtsgeschichte 2008: Das Jahrmarkttheater bringt ein modernes Krippenspiel auf die Bühne des Schmidts Tivoli

(aus Hinz&Kunzt 190/Dezember 2008)

Eigentlich liegt die Idee auf der Hand, vor Weihnachten ein Krippenspiel zu inszenieren, doch Torsten Hammann ist der Erste, der die Idee auch umsetzt. Gemeinsam mit Regisseur Thomas Matschoß hat er die Weihnachtsgeschichte in das Hamburg von heute versetzt – mit Herbergssuche, Geschenketerror, einem zechenden Obdachlosen und einem sarkastischen Engel. Hinz&Kunzt war bei den Proben dabei.