Wohnungsmarkt : Bricht der Sozialwohnungsbau ein?

Bauen, Bauen, Bauen – das Mantra des Hamburger Senats wird angesichts gestörter Lieferketten und steigender Materialkosten zu einer immer größeren Herausforderung. Foto: Actionpress / Christina Czybik

Im ersten Halbjahr sind nur 19 Sozialwohungen in Hamburg genehmigt worden. Die Linke spricht von einem „dramatischen Rückgang der Zahlen“, der Senat sieht keinen Grund zur Sorge.

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Diese Zahl lässt aufhorchen: Lediglich 19 neue Sozialwohnungen sind in den ersten sechs Monaten diesen Jahres in Hamburg genehmigt worden. Bekannt wurde das im Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft auf Nachfragen der Linken, die den Senat zum sofortigen Handeln aufforderte: „Weshalb schrillen da nicht sämtliche Alarmglocken und werden mit Hochdruck Pläne erarbeitet, wie die dringend benötigten günstigen Wohnungen realisiert werden können?“, fragt Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Schließlich gebe es in Hamburg nicht mal mehr 80.000 geförderte Wohnungen, gleichzeitig aber 425.000 Haushalte, die Anspruch auf solche Wohnungen haben.

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) zeigt sich auf Hinz&Kunzt-Nachfrage wenig besorgt: Wegen der notwendigen Prüfungs- und Abstimmungsprozesse „findet die weit überwiegende Zahl aller Bewilligungen immer erst im vierten Quartal eines Kalenderjahres statt, also zum Jahresende“. Zahlen aus ihrem Hause scheinen der Senatorin tendenziell recht zu geben: So wurden vergangenes Jahr 171 Sozialwohnungen in der ersten Jahreshälfte bewilligt, 2020 waren es 34. Am Jahresende standen 2021 dann 2819 genehmigte Förderungen, 2020 waren es 2643.

So oder so ist klar, dass das erklärte Ziel des Senats – mindestens 3000 neue Sozialwohnungen pro Jahr – auch dieses Jahr nicht erreicht werden wird. Vergangenes Jahr waren nur knapp 1900 neue geförderte Wohnungen fertiggestellt worden. Die Stadtentwicklungssenatorin setzt auf das Prinzip Hoffnung: Das Bündnis für das Wohnen habe sich darauf verständigt, an seinen Wohnungsbauzielen festzuhalten, erklärte Stapelfeldt. Gleichzeitig räumt sie ein, dass die Realisierung eben dieser Ziele momentan enorm erschwert sei.

Autor:in
Ulrich Jonas
Ulrich Jonas
Ulrich Jonas schreibt seit vielen Jahren für Hinz&Kunzt - seit Anfang des Jahres als angestellter Redakteur.

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