Die Bettel-Sklaven

Behinderte aus Bulgarien und Rumänien betteln seit Monaten in der City. Aber nicht unbedingt freiwillig. Das recherchierte RTL-Autor Andreas Keuntje mit drei Teams und mit versteckter Kamera

(aus Hinz&Kunzt 149/Juli 2005)

Behinderte Menschen in Kälte, Hitze oder Regen betteln um ein paar Almosen, Tag für Tag. Diese Bilder sind die Regel in den Fußgängerzonen westeuropäischer Großstädte – wie in Hamburg.

Dritte Welt ganz nah!

Eine besondere Hafenrundfahrt zeigt Hamburgs Verflechtung mit den armen Ländern

(aus Hinz&Kunzt 148/Juli 2005)

Die Barkasse schaukelt an einer Raffinerie im Freihafen vorbei.
„Ein gutes Beispiel, wie im Handel mit der Dritten Welt zwei Standards gelten“, kommentiert Peter Langlo von der „Dritte Welt Hafengruppe“. Während im Hamburger Hafen mittlerweile aufwändige Filteranlagen dafür sorgen, dass Luft und Wasser möglichst wenig verschmutzt werden, bleibt in den Ölförderländern alles beim Alten.

Geschichten vom Goldfischteich

Am Schäferkamp in Hoisbüttel: Wie sich Ostflüchtlinge auf ehemaligem Ackerland eine neue Heimat gebaut haben

(aus Hinz&Kunzt 149/Juli 2005)

Es ist eine naive Vorstellung, die Stadt würde an der Hamburgischen Landesgrenze enden. Aber unwillkürlich denkt man an Felder und endlose Weiten, wenn der Pfeil außerhalb der dicken roten Linie eingeschlagen ist. Nicht, dass wir es drauf angelegt hätten. Aber treffen Sie mal Große Freiheit, Schöne Aussicht oder Lange Reihe, wenn Sie einen Pfeil rückwärts über die Schulter auf den Stadtplan schmeißen müssen.

Mein Sohn, der Stürmer

Warum es nicht so einfach ist, den eigenen Kindern beim Fußball zuzusehen – Beobachtungen bei der Eimsbüttler F-Jugend

(aus Hinz&Kunzt 148/Juli 2005)

„Über links, da ist doch alles frei!“ – „Los, dranbleiben!“ – „Da muss man doch abspielen! Was ist denn mit euch los, Jungs?“

Alles meins!

Wer nichts hat, hat nichts zu verlieren? Von wegen! Drei Liebesgeschichten

(aus Hinz&Kunzt 150/August 2005)

Mein Airbus und ich

Nun, es wurde mir wirklich nicht in die Wiege gelegt, dass ich einmal bei Airbus arbeiten würde und auch irgendwie am Erfolg des A380 beteiligt bin. Die ersten drei Tage im Monat bin ich bei Airbus – um Hinz&Kunzt zu verkaufen. Zum ersten Mal war ich im Mai da. Ich wurde von unserem Hausmeister samt der Zeitungen hingefahren. Dort trafen wir auch zwei ehrenamtliche Hinz&Kunzt-Mitarbeiterinnen, die einen Infostand betreuten.

Alte Damen, junge Helden

Vier Hinz&Künztler präsentieren ihre Lieblingskunden

(aus Hinz&Kunzt 150/August 2005)

Mein Lieblingskunde: der efljährige Iman. Für mich ist er ein richtiger Held! Dieser kleine Junge zeigt uns, was es heißt, Grenzen zu überschreiten. Als ich den Verkaufsplatz U-Bahn Eppendorfer Baum neu übernahm, kam er auf mich zu und gab mir sein Wechselgeld vom Fahrkartenkauf aus dem Automaten. Das erste Mal war ich so überrascht, dass ich gar nichts sagen konnte, auch noch nicht am nächsten Tag. Am dritten Tag fragte ich ihn: „Willst du das Geld nicht lieber für Bonbons sparen?“ Er sagte: „Nein, du brauchst das Geld dringender als ich!“ In diesem Moment musste ich schlucken. Für mich sind diese Cents mehr wert als jede verkaufte Zeitung.

Der Gedenkbaum

Auf dem Öjendorfer Friedhof wird an verstorbene Hinz&Künztler erinnert

(aus Hinz&Kunzt 150/August 2005)

Ich finde ich es gut, dass wir jetzt einen Gedenkbaum für uns Hinz&Künztler auf dem Öjendorfer Friedhof haben. Eigentlich sind Beerdigungen nicht meine Sache, das gebe ich offen zu. Ich habe schon einige Freunde verloren. Einen habe ich sogar tot in seiner Wohnung gefunden. Das hat mich ganz schön mitgenommen.

Verraten und verkauft?

136 Euro Heizkostennachzahlung – deswegen muss die arbeitslose Mutter Meike umziehen. Hinz&Künztler Gerrit über Ärger mit der ARGE Wedel

(aus Hinz&Kunzt 150/August 2005)

„Juchu, endlich eine neue, eine eigene Wohnung für mich und meine kleine Tochter!“, freute sich meine Freundin, die alleinerziehende Mutter Meike, im Dezember, als sie die vom Sozialamt bezahlte Wohnung bezog. Doch die Freude währte nicht lange. Schon im Mai kam die Ernüchterung – in Form einer Aufforderung zur „Zwangsumsiedlung“.

Wahllokal Hinz&Kunzt

Testabstimmung bei Hinz&Kunzt und nicht ganz ernst gemeinte Spartipps für Deutschland

(aus Hinz&Kunzt 150/August 2005)

Testlauf für den 18. September: Unsere Verkäufer haben schon mal ihre Stimme abgegeben. Ergebnis: Niederlage für die großen Parteien, Linkspartei zweitstärkste Kraft.

„Das ist pervers!“

Die ARGE Reinbek hat bereits 200 Arbeitslose zur Senkung ihrer Mietkosten aufgefordert – doch gibt es preisgünstige Wohnungen für sie?

(aus Hinz&Kunzt 151/September 2005)

Vor den Toren Hamburgs ist die Schonfrist für Arbeitslosengeld (ALG)-II-Empfänger abgelaufen: Bereits 200 der 2000 Haushalte hat allein die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Reinbek aufgefordert, die Mietkosten zu senken. Kritikern zufolge mangelt es jedoch an billigem Wohnraum.