„Unbürokratisch und einfach“

Volkswirt Thomas Straubhaar will ein bedingungsloses Grundeinkommen

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Der Volkswirt Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen. Jedem Bürger – egal was er verdient – sollen etwa 620 Euro pro Monat ausgezahlt werden. Dieses Existenzminimum ersetzt alle Sozialleistungen des Staates.

Und raus bist du!

Eine Studie zeigt: Wer aus seiner Wohnung geräumt wird, bekommt oft nicht die Hilfe, die er braucht

(aus Hinz&Kunzt 164/Oktober 2006)

Ulrich Jonas

Mehr als 3000 Menschen pro Jahr werden in Hamburg wegen Mietschulden aus ihrer Wohnung geräumt. Eine bundesweit einmalige Studie von Ethnologen der Uni Hamburg, deren Ergebnisse Hinz&Kunzt exklusiv vorab veröffentlicht, zeigt: Viele Betroffene haben so massive Probleme, dass sie an die Hand genommen werden müssten. Das geschieht zu selten, so die Forscher. Die Menschen landen in Notunterkünften, der Weg zurück ist schwierig.

Der ungleiche Kampf

Ein Polizist in Zivil will einen Betrunkenen vor zwei Halbstarken schützen und wird lebensgefährlich verletzt. Und viele schauen einfach weg.

(aus Hinz&Kunzt 155/Januar 2006)

Das Verbrechen machte Schlagzeilen: Der Bundespolizist Timo Mesecke lag am Morgen des 5. Mai schwer verletzt auf dem Bahnsteig der S-Bahn-Station Reeperbahn. Acht Messerstiche kosteten ihn fast das Leben. Mesecke hatte zwei junge Männer daran hindern wollen, einen Betrunkenen zu drangsalieren. Hinz&Kunzt zeichnete ihn dafür mit dem „Gut,Mensch!“-Preis aus. Der mutmaßliche Messerstecher will sich an die Tat nicht erinnern können. Er ist wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt, sein Freund wegen gefährlicher Körperverletzung.

Frauen im Fadenkreuz der Paramilitärs

In der kolumbianischen Erdölstadt Barrancabermeja kann soziales Engagement tödlich sein

(aus Hinz&Kunzt 155/Januar 2006)

Der riesige Ford-Geländewagen gleitet fast lautlos heran. Alexander Puentes scannt mit geschultem Auge die in der Mittagshitze dämmernde Straße ab. Erst dann winkt er und öffnet die Wagentür. Die blasse Frau, die neben dem athletischen Mann fast zerbrechlich wirkt, tritt mit schnellen Schritten aus dem Haus und steigt ein. Yolanda Becerra hat Mittagspause. Ihre Leibwächter bringen sie in das bewachte Apartmenthaus mit dem hohen Eisenzaun.

Die mit dem Herzen sehen

Wer sich im Stadthaushotel einquartiert, erfährt fröhliche Zuwendung bei bestem Service. Klitzekleine Katastrophen inbegriffen

(aus Hinz&Kunzt 155/Januar 2006)

Nikolai Gramüsch ist eigentlich ganz normal. Der 18-Jährige ist mittelgroß, hat sein braunes Haar nach hinten gegelt und sieht einen freundlich an. Ein ganz normaler Mensch? Ja, nur dass er schwerbehindert ist.

St. Pauli ist deutscher Meister – und keiner hat’s gemerkt

Dank Kraft und Mut, Taktik und Teamgeist: Die Rugby-Frauen des FC St. Pauli sind Rekordsieger in der Bundesliga

(aus Hinz&Kunzt 156/Februar 2006)

15 Frauen in Braun-Weiß stürmen aus dem kleinen Backsteinhaus auf den Rasen. Ihre Gegnerinnen in den roten Trikots vom RC Leipzig warten schon. Zwischen die aufgereihten Mannschaften wird der ovale Ball gelegt, und Johanna Jahnke (22), die Kapitänin des FC St. Pauli, gibt das Kommando zum Anstoß. Das Rugbyspiel beginnt.

Die Geschichte meines Lebens

(aus Hinz&Kunzt 157/März 2006)

Hamburger Journalisten schreiben die Reportage, die sie am meisten bewegt oder verändert hat. Teil 3: Spiegel-Redakteur Bruno Schrep schrieb über zwei verlorene Söhne, den Terroristen Wolfgang Grams und den Bundesgrenzschützer Michael Newrzella, die bei einem Schusswechsel in Bad Kleinen umkamen.

Ein roter Ferrari, immer untertourig gefahren

Die Schauspielerin Nina Petri: neugierig, kampflustig und viel zu selten im Fernsehen

(aus Hinz&Kunzt 159/Mai 2006)

Eine langweilige klassische Schönheit ist sie nie gewesen, ihr Kapital ist ihre Präsenz. Nina Petri leuchtet. Aber in Deutschland, wo im Fernsehen nur die Quote zählt, wird das nicht geschätzt. Wie zum Beispiel beim Hamburg-„Tatort“, wo sie für die Rolle der Exfrau des Kommissars zwar hoch gelobt, aber einfach rausgeschrieben wurde: „Da kriegt man dann ein Buch, in dem man nicht mehr auftaucht.“ Ein Fan hat sie im Internet als „roten Ferrari, der immer untertourig gefahren wird“, beschrieben: „So fühle ich mich auch.“

Zukunft im Hafen

Der Übersee-Handel boomt – eine Chance für junge Arbeitslose

(aus Hinz&Kunzt 159/Mai 2006)

Rund 100 junge Arbeitslose jährlich stellt der Containerterminal-Betreiber Eurogate in Hamburg ein. Die Vorauswahl der Bewerber und deren Kurz-Ausbildung bezahlt vornehmlich die Agentur für Arbeit. Ein gelungenes Modell, meint Arbeitsminister Franz Müntefering und zeichnete die Unternehmensgruppe kürzlich mit einem Preis aus.

When I’m sixty-four

Der Mythos lebt: Zwar gehen die Beatles aufs Rentenalter zu. Doch auf der Reeperbahn, wo alles anfing, sind sie aktuell wie selten zuvor

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Endlich ein Festival! Es war höchste Zeit, findet Organisator Peter Kröger: „Hamburg hat die Beatles nie wirklich gewürdigt.“ Aber jetzt kommt „The Hamburg Sound“ – unter dem Titel wurde die Beat-Musik weltweit bekannt. Drei Tage lang komplett mit Beatles-Musical in den Fliegenden Bauten, Gesprächsrunden mit Zeitzeugen und natürlich jeder Menge Musik. Die Veranstaltung ist Auftakt für die Beatles-Ausstellung im Hamburg-Museum, hier wird auch Krögers Sammlung mit Beatles-Devotionalien ausgestellt. Unter anderem nennt der Musikproduzent einen Teil der Original-Starclub-Bühne sein Eigen. Eine richtig große Sache.