Qualität kommt von Quälen
Wie der Textildiscounter KiK mit seinen Mitarbeitern in Deutschland und den Näherinnen in Bangladesch umgeht.
(aus Hinz&Kunzt 207/Mai 2010)
(aus Hinz&Kunzt 207/Mai 2010)
(aus Hinz&Kunzt 191/Januar 2009)
Dass er wirklich nach Australien zum Homeless Worldcup fliegt, hat Artur Walencik erst geglaubt, als er im Flugzeug saß. Die Zeit auf dem fünften Kontinent war für ihn etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal einen Ozean überflogen, Koalas gestreichelt, Pinguine gesehen, im Dezember am Strand gegrillt, einer Generalkonsulin die Hand geschüttelt, eine Nation auf dem Spielfeld vertreten, vor mehr als tausend Zuschauern Fußball gespielt, Autogramme gegeben, mit Jubelrufen gemeint sein. Kleine Puzzleteile großen Glücks, die Artur als Erinnerungen in seinem Herzen und in Hunderten Bildern auf seiner Digitalkamera – extra vom Gesparten gekauft – mit sich trägt.
(aus Hinz&Kunzt 191/Januar 2009)
Wenn Mehmet Kurtulus; Regie führen würde in einem Film über sein Leben in Hamburg, säße er genau am richtigen Platz: im achten Stock des Hotels Le Royal Méridien an der Alster nahe der Kennedybrücke, auf einem roten Sessel, mit einem Blick auf die ganze Stadt. Über den Bäumen auf der anderen Seite des Alsterufers schwebt ein Flugzeug zum Flughafen Fuhlsbüttel. Dort landete Kurtulus;, als er zwei Jahre alt war und mit seiner Familie aus Usak kam, einem Provinzort im Westen der Türkei. Der Alsterdampfer, der gen Norden durch das Wasser gleitet, fährt Richtung Winterhuder Fährhaus, in dem der damals 21-Jährige zum ersten Mal auf der Bühne stand. Am Ende der Straße, die über die Kennedybrücke nach St.Pauli führt, sah er sich mit seiner Schauspiellehrerin den Film an, der ihm den Durchbruch brachte. Aber langsam. Alles auf Anfang.
(aus Hinz&Kunzt 191/Januar 2009)
(aus Hinz&Kunzt 191/Januar 2009)
Die Stadt stockt in diesem Monat die Zahl der Jugendamtsmitarbeiter um 20 auf dann 302 auf. Eine längst überfällige Maßnahme. Denn in den vergangenen Jahren waren die Jugendämter so überfordert, dass alleine 2008 jeder fünfte Mitarbeiter eine Überlastungsanzeige stellte. Ein Jugendamtsmitarbeiter, der anonym bleiben will, sagt, warum.
Hamburg-Journal-Moderatorin und Tagesschausprecherin Judith Rakers über ihren journalistischen Werdegang, die Neutralität von Nachrichten und die Notwendigkeit, ein seriöses Privatleben zu führen
(aus Hinz&Kunzt 191/Januar 2009)
Hinz&Kunzt: Es war Ihnen nicht gerade in die Wiege gelegt, einmal Journalistin und Tagesschausprecherin zu werden, oder?
Gustav Solberg verkauft seit Jahren Hinz&Kunzt in der Langen Reihe. Nun hätten ihn Zugezogene fast vertrieben. Joachim Wehnelt (Text) über solidarische Nachbarn, eifrige Politiker und ein Quartier im Visier der Investoren
(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)
(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)
Schietwetter in Hamburg, und bannig ungemütlich ist es um diese Jahreszeit. Das alles ist aber gar nichts gegen das, was Kapitän Hans Peter Jürgens bei einer Orkanfahrt rund um Kap Hoorn erlebt hat. 1939 hatte er, damals 15 Jahre alt, als Schiffsjunge auf der „Priwall“ angeheuert. Es war die letzte Frachtreise des Großseglers. Jürgens überlebte und erzählte knapp 70 Jahre später dem Journalisten Stefan Krücken seine Geschichte. Daraus entstand das Buch „Sturmkap“. Hinz&Kunzt druckt Auszüge aus dem ersten Kapitel.
(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)
Tiko ist zum ersten Mal da und kriegt sich gar nicht mehr ein. Schwanzwedelnd zerfetzt der zehnjährige Mischlingsrüde die rote Papierdecke auf dem Tisch neben der Ausgabestelle. Kein Wunder,dass er so aufgeregt ist. Selbst Menschennasen merken: Hier gibt es Futter! Paletten- und säckeweise stapelt es sich im Keller des Altonaer Wohnhauses, in dem sich die Hamburger Tiertafel eingemietet hat. Zweimal im Monat werden die Kellertüren geöffnet für Kunden wie Tiko und ihre Besitzer.
Wenn Eltern von ihren Kindern getrennt werden, ist das ein Schock, es kann aber auch der Beginn eines viel besseren Lebens sein — für die Kinder und die Eltern
(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)