Obdachlose in der Kälte

Audio Icon„Winter ist richtig schwer“

Ein Luftbild von den Treppen zur S-Bahn im Schnee, daneben Schlafsäcke
Ein Luftbild von den Treppen zur S-Bahn im Schnee, daneben Schlafsäcke
Am Bahnhof Altona suchten Obdachlose auf einem Lüftungsschacht Schutz vor dem Schnee. Foto: Mauricio Bustamante

Im Januar ist Hamburg geradezu im Schnee versunken. Wie Obdachlose versucht haben, sich zu schützen – und wie die Stadt reagiert hat.

Auf den verschneiten Straßen ist an diesem Mittwoch Anfang Januar kaum jemand unterwegs. Die Stadt wirkt ruhig, friedlich. Hin und wieder ziehen Eltern ihre Kinder auf Schlitten hinter sich her. Die Kleinen glucksen, freuen sich über den Wintereinbruch. Wer sich gar nicht freut, ist Miroslav. „Der Winter ist ein Arschloch“, sagt der Obdachlose, als er ins Hinz&Kunzt-Haus stapft.

Der 61-Jährige verbringt die Nächte unter dem Vordach eines Geschäfts im Hamburger Osten. Vergangene Nacht sei viel Schnee auf seine Platte geweht. „Alles feucht“, sagt er und zupft angewidert an seiner Jacke. Um sich aufzuwärmen, geht er in die nahe gelegene U-Bahnstation. Dort kann er der Kälte zumindest ein wenig entkommen. Doch der Schutz ist begrenzt: Für drei Stunden muss er raus. Unter der Woche ist der Fahrbetrieb nachts eingestellt, die Stationen werden geschlossen. Freitags bis sonntags ist es besser, sagt Miroslav. Da bleiben sie offen.

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Artikel aus der Ausgabe:
Ausgabe 396

Armes Amerika

Wohlstand für alle? Den Obdachlosen in den USA geht es seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump schlechter als je zuvor. Und: Etliche Menschen können dort trotz Vollzeitbeschäftigung keine Wohnung mieten. Außerdem: Satiriker Nico Semsrott erzählt im Interview, wie er die deutsche Demokratie retten will.

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Autor:in
Luca Wiggers
Luca Wiggers
1999 in Hannover geboren, hat dort Germanistik und Anglistik studiert und ist Anfang 2022 nach Hamburg gezogen. Seit Juni 2023 Volontärin bei Hinz&Kunzt.

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