Bündnis für Wohnen : Weniger Wohnungen gebaut

Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg 7722 neue Wohnungen gebaut, wie hier in der Hafencity. Foto: Bernd Sterzl/pixelio.de

Genau 7722 Wohnungen sind im vergangenen Jahr in Hamburg neu gebaut worden – fast 800 weniger als im Jahr zuvor. Zahl der Baugenehmigungen ebenfalls zurückgegangen.

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Im vergangenen Jahr sind in Hamburg 7722 neue Wohnungen neu gebaut wurden, meldet das Statistikamt Nord. Das sind 799 weniger als im vergangenen Jahr. 2015 waren 8521 neue Wohnungen gebaut worden – der Höchststand seit dem Start des gemeinsamen Wohnungsbauprogramms von Senat, Bezirken und der Wohnungswirtschaft im Jahr 2011.

„Der Wohnungsbau in Hamburg bewegt sich auf hohem Niveau“, kommentierte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt die neuen Zahlen. Sie verwies darauf, dass seit dem Beginn des Bündnisses für das Wohnen insgesamt 37.146 neue Wohnungen gebaut worden.

CDU-Kritik: „Klares Wohnungsbaukonzept fehlt“

Die im Vergleich zu 2015 etwas geringere Anzahl an fertiggestellten Wohnungen ergebe sich daraus, dass auch weniger Baugenehmigungen erteilt worden, hieß es. Es befänden sich aber derzeit rund 18.000 Wohnungen im sogenannten Bauüberhang – damit werden Wohnungen bezeichnet, die zwar genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt sind.

Kritik kam von der CDU: „Durch hohe Baugenehmigungszahlen allein wird der Senat das Ziel nicht erreichen“, sagte die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Birgit Stöver: „Was fehlt, ist ein klares Wohnungsbaukonzept.“ Das Bündnis für Wohnen hatte im Sommer 2016 verkündet, eine Zahl vom 10.000 Baugenehmigungen (vorher 6000) pro Jahr erreichen zu wollen.

Zudem sollen jedes Jahr 3000 öffentlich geförderte Wohnungen genehmigt werden. Dieses Ziel wurde im vergangenen Jahr mit 3307 Genehmigungen zwar erreicht, allerdings sind darunter auch 1017 Genehmigungen für Flüchtlingsunterkünfte. Reine Sozialwohnungen wurden im vergangenen Jahr nur 2290 genehmigt. „Viel zu wenig“ kritisieren Sozialverbände. Sie fordern mindestens 6000 neue Sozialwohnungen pro Jahr.

Über den Autor
Simone Deckner
Simone Deckner ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Soziales. Seit 2011 arbeitet sie bei Hinz&Kunzt: sowohl online als auch fürs Heft.

1 Kommentar zu “Weniger Wohnungen gebaut

  1. Solche Mitteilungen überraschen doch kein mehr, wer etwas anderes erwartet hat, wird entteuscht. Seit nun 10 Jahre schreibe ich persönlich nichts anderes: „Wenn 60.000 Menschen jährlich einen Wohnung suchen, wie könne man dann diese gerecht werden ?? Es wird schon seit Jahre darauf hingewiesen, das diese Hansestadt Hamburg nicht so schnell bauen kann, wie die Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Wir alle sind doch blauäugig, wenn wir meinen, das diese Stadt allen gerecht wird. Klar ist das hart, für jeden, der hier eine Wohnung sucht,
    und keine findet, für das was er ausgeben kann. Es wird auch weiter hin ein Trugschluß sein, das Hamburg es in Griff bekommt. Außer dem müssen sich alle mal fragen, wo hin soll Hamburg noch wachsen, außer in der Höhe ?? Wir wissen doch alle, wo das hin führt !!

    Erich Heeder – Stadtteilkünstler – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

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