Gängeviertel : Verhandlungen um Viertel-Zukunft gehen weiter

Im Gängeviertel ist auch viel Raum für Skurilles. Foto: Mauricio Bustamante

Wie kann die Zukunft des Gängeviertels langfristig abgesichert werden? Die Verhandlungen zwischen den ehemaligen Besetzern und der Stadt sollen nach monatelangem Stillstand nun fortgeführt werden.

Anzeige

Nach monatelangem Verhandlungsstillstand soll es im Herbst endlich weitergehen. Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte, bestätigt gegenüber Hinz&Kunzt, dass die Verhandlungen um die Zukunft des Gängeviertels demnächst fortgeführt werden. „Es muss ja irgendwie weitergehen“, sagt Weiland.

Die Gespräche zwischen der Gängeviertel-Genossenschaft und Vertretern der Stadt waren Anfang des Jahres abgebrochen worden. „Man war in den Vorstellungen sehr weit auseinander“, begründet Weiland diesen Schritt. Zuletzt hatte die Genossenschaft vorgeschlagen, das Viertel in so genannter Erbpacht von der Stadt zu übernehmen. Es bliebe dann zwar im Eigentum der Stadt, die Genossenschaft könnte es aber für 75 Jahre garantiert nutzen. Dafür sollten insgesamt 26 Millionen Euro in die Stadtkasse fließen. Eine Antwort der Verwaltung auf diesen Vorschlag steht bis heute aus.

Der Bezirk begründet die Funkstille mit notwendigen internen Abstimmungen. „Wir müssen abstimmen, was machbar und gewollt ist“, sagt Sprecherin Weiland. Bislang sei man sich hinter den Kulissen noch nicht einig: „Ich weiß nicht, wohin die Reise geht.“

Das Gängeviertel wurde vor inzwischen acht Jahren durch eine Besetzung vor dem Abriss gerettet. Künstler und Aktivisten haben inzwischen eine Genossenschaft gegründet, mit finanzieller Unterstützung der Stadt einige Gebäude saniert und ein kulturelles Zentrum eingerichtet. Nach Angaben der Genossenschaft fanden dort im vergangenen Jahr unter anderem 158 Konzerte, 42 Ausstellungen, 27 Partys und 17 Theatervorführungen statt.

Hinweis: Hinz&Kunzt ist Mitglied in der Gängeviertel-Genossenschaft

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

1 Kommentar zu “Verhandlungen um Viertel-Zukunft gehen weiter

  1. Als Mitglied einer Genossenschaft hat man natürlich ein Intresse da dran, das die Verhandlungen mit dem Bezirk Mitte weiter gehen. Wenn ich das Geld gehabt hätte, währe ich wohl auch Mitglied dieser Genossenschaft gewurden.
    Denn solche Iniativen muß man unterstützen wo es geht !!

    Es kann nicht sein, das diese Freie und Hansestadt meint, hier müßte man in der Innenstadt alles glatt gebügelt hinterlassen. Es war zu begrüßen, das diese Menschen dieses Gebäude besetzt hat, um es vor den Abrißbaggern zu retten.
    Das hier und da Uneinigkeiten sind, kann man wohl nach voll ziehen. Da ja nichts
    nach draußen dringt, wo rum es da eigendlich geht, kann man so auch nichts da zu sagen.

    Aber eins weiß ich bestimmt, das Gängeviertel sollte nicht der Meinung sein, das diese Stadt ihnen aus Kulturmitteln ihr Zentrum unterstützt, außer sie entwickeln Ideen, die diese Stadt unterstützen müßte, ob sie das denn tun, ist eine andere Geschichte.

    Denn der Bezirk – Mitte hat so wie so zu wenig Kulturmittel um sie gerecht zu verteilen, es bleiben eben gute Ideen auf der Strecke !! Mit der GOLDEN-WALL auf der Vettel hätte man einiges Unterstützen können, die diese Unterstützung nicht bekommen haben. Aber das sind wir ja alle gewohnt,

    in diesem Sinn,
    Erich Heeder – Stadtteilkünstler – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.