#VendorWeek :
„Niemand soll hungrig schlafen gehen müssen“

#VendorWeek
Hus Forbi-Verkäufer Wesley vor dem Kopenhagener Wahrzeichen, der Kleinen Meerjungfrau. Foto: Mette Kramer Kristensen.

Im Rahmen der internationalen #VendorWeek stellen wir jeden Tag einen Straßenzeitungsverkäufer aus einem anderen Land vor: Heute: Wesley. Der 31-Jährige verkauft Hus Forbi in Kopenhagen/Dänemark.

Hinz&Kunzt Randnotizen

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Was war bisher der größte Erfolg in Ihrem Leben?

Ich habe zwei Menschen das Leben gerettet. Vor mir stieg ein älterer Mann direkt vor mir aus einem Taxi aus. Dabei ist er gestürzt und hat sich am Hinterkopf verletzt. Ich habe dann einen Krankenwagen gerufen.

Ein Freund von mir wollte sich das Leben nehmen, das war im Winter. Er lief über einen überfrorenen See und ging dann ins Wasser. Ich bin hingelaufen, habe ihn herausgezogen und zurück ans Ufer getragen. Es war eiskalt, und er war ziemlich schwer.

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Weitere Informationen
Straßenzeitungsnetzwerk INSP
#VendorWeek 2018
9000 Menschen in 38 Ländern verkaufen Straßenzeitungen. Das Netzwerk INSP feiert sie auch 2018 mit der #VendorWeek

Was war Ihre größte Herausforderung?

Das Kämpfen mit dem System. Das Sozialsystem kommt mir vor wie eine einzige große Hürde. Es arbeitet gegen mich, obwohl es mir eigentlich helfen sollte. Dass wir in Dänemark ein Wohlfahrtssystem haben, ist ein großes Privileg.

Auf der Suche nach Arbeit

Welche Hoffnungen haben Sie für die Zukunft?

Ich möchte Arbeit finden, oder ein Geschäft eröffnen, damit ich mir eine Wohnung leisten kann. Und ich möchte den Kontakt mit meinen zwei Kindern wiederherstellen.

Was ist das Besondere an Ihrem Land Dänemark?

Wir haben ein Sozialhilfesystem. Und das Land ist so klein, dass man in weniger als sechs Stunden einmal ganz von Norden bis Süden fahren kann. Es gibt keine Ausrede dafür, die Oma nicht zu besuchen.

Wenn Sie einen Tag lang die Welt regieren könnten, was würden Sie tun?

Ich würde Staatsoberhäupter und Religionsführer einen Vertrag darüber unterzeichnen lassen, dass niemand mehr hungrig schlafen gehen muss. Und im Kleingedruckten am Ende würde stehen: Ich hätte gerne noch ein paar zusätzliche Tage, um mich um den Rest zu kümmern.

Wie hat das Verkaufen von Hus Forbi Ihr Leben verändert?

Es verschafft mir ein Einkommen, und ich kann mir Essen und andere Dinge kaufen. Durch die Arbeit habe ich außerdem schon viele lustige Erlebnisse gehabt, und ich habe gute Freundschaften geschlossen.

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von INSP.ngo / The Big Issue Australia

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Poul Struve Nielsen

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