Hilfe für Obdachlose : Trinkwasser für alle!

Frisches Wasser: längst nicht alle Menschen haben Zugang dazu. In Bremen gibt es nun die erste öffentliche Trinkwasserstelle für Obdachlose – im Hof einer Kirche in der Innenstadt. 

Bremen hat seine erste öffentliche Trinkwasserquelle.
Bremen hat seine erste öffentliche Trinkwasserquelle.

Seit vergangenem Wochenende hat die Stadt Bremen ihre erste öffentliche Trinkwasserstelle. Damit soll die Wasserversorgung von Obdachlosen und Wohnungslosen in der Bremer Innenstadt gesichert werden – gerade in den heißen Sommermonaten. Standort ist die katholische Kirche St. Johann im zentralen Bremer Schnoor-Viertel in der Innenstadt.

Wieso ist das wichtig?
„In Bremen sind für Menschen, die auf der Straße leben, Wasser und sanitäre Versorgung nicht gesichert, das ist ein Skandal“, sagte Streetworker Harald Schröder bei der Eröffnung. Auch wenn soziale Einrichtungen kostenlos Wasser ausgeben – sie haben Öffnungszeiten, die sich nicht an den Temperaturen orientieren. Und viele Obdachlosen haben nicht ausreichend Geld, um Trinkwasser einfach im Supermarkt zu kaufen.

Wer hatte die Idee?
Die Bremer Obdachlosen selbst. Sie erzählten dem Streetworker Harald Schröder, dass es in Bremen keine öffentliche Trinkwasserstelle gibt, die rund um die Uhr erreichbar ist. Schröder warb für die Idee, fand in der St. Johann-Kirche schnell einen Partner.

Toll! Gibt es so was in Hamburg auch?
Ja, es gibt fünf so genannte öffentliche Wassersäulen: am Rathausmarkt, den Landungsbrücken, im Stadtpark und am rechten und linken Alsterufer. Sie sind allerdings nicht das ganze Jahr über in Betrieb, sondern nur von April bis Oktober „um Frostschäden in den Wintermonaten zu vermeiden“, so der Betreiber Hamburg Wasser. Eine Sorge, die die Bremer nicht umtreibt.

Gibt es schon  weitere Pläne?
Ja! Als nächstes will die Kirche die Politik darauf aufmerksam machen, dass auch öffentliche sanitäre Anlagen benötigt werden.

 

Hier geht es zum Video der Eröffnung der 1. Öffentlichen Trinkwasserstelle in Bremen.

Text: Simone Deckner
Foto: Ansgar Pusch/Katholischer Gemeindeverband in Bremen

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