Kersten-Miles-Brücke : Stadtreinigung muss regelmäßig aufräumen

Unter und neben der Kersten-Miles-Brücke leben immer mehr Obdachlose. Foto: JOF

Immer wieder laden Bürger bei den Obdachlosen an der Kersten-Miles-Brücke ihren Sperrmüll ab – obwohl der Recyclinghof ganz nah ist. Deswegen rückt die Stadtreinigung jetzt regelmäßig aus, um ihn zu entsorgen.

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Einen Monat nach der großen Aufräumaktion der Stadtreinigung haben sich erneut Sofas, Sessel und Tische zwischen Landungsbrücken und Reeperbahn angesammelt, die zum Teil von den dort lebenden Obdachlosen genutzt werden. Die Möbel seien ihnen geschenkt worden, erzählt ein polnischer Obdachloser, der neben der Kersten-Miles-Brücke sein Zelt aufgebaut hat. „Immer wieder laden Menschen ihren Sperrmüll da einfach ab“, sagt Bezirkssprecherin Sorina Weiland etwas genervt. „Es ist immer das gleiche.“

Wegen Brandgefahr ließ der Bezirk schon im August die Möbelstücke abtransportieren. Das wird nun regelmäßig geschehen: Einmal pro Monat lässt die Verwaltung nun den Sperrmüll dort von der Stadtreinigung entsorgen, teilt Weiland mit. Dabei könnten die Hamburger es auch einfach selbst richtig machen: Der nächste Recyclinghof befindet sich ganz in der Nähe, in der Feldstraße 69.

Auch im Alten Elbpark nebenan räumt die Stadtreinigung nun regelmäßig auf: Geplant sind 85 Reinigungsaktionen pro Jahr. Dabei gehe es aber nicht in erster Linie um die Platten der Obdachlosen, sagte Stadtreinigungssprecher Reiner Fiedler zu Hinz&Kunzt: „Aber wenn wir schon Mal vor Ort sind, machen wir das Umfeld der Obdachlosen auch sauber.“ Inzwischen hätten seine Mitarbeiter darin schon Routine. Fiedler betont, dass nur in Absprache mit den Obdachlosen aufgeräumt werde: „Wir nehmen ihnen nichts weg. Alle haben ein Interesse daran, dass es dort nicht verdreckt – auch die Obdachlosen.“

Kersten-Miles-Brücke
Sperrmüll kommt von wohlmeinenden Helfern
Heute am frühen Morgen bekamen die Obdachlosen unter der Kersten-Miles-Brücke Besuch von Müllabfuhr und Ordnungsamt. Grund: der angehäufte Sperrmüll. Den laden immer wieder Helfer ab, sagt Bewohnerin Angie. Für die Obdachlosen ein Problem.
Über die Autoren
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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