Kritik an HVV-Preiserhöhung : Sozialverband warnt vor Spaltung der Stadt

Der Sozialverband Deutschland befürchtet eine Ausgrenzung von Armen durch weitere Preiserhöhungen beim HVV. Foto: Action Press / Public Address

Zum 1. Januar will der HVV erneut die Preise erhöhen – um durchschnittlich 1,2 Prozent. Deutliche Kritik an der Tariferhöhung formuliert jetzt der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

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Im kommenden Jahr soll der Preis für Einzelfahrkarte für den Großbereich auf 3,30 Euro ansteigen und das 9-Uhr-Tagesticket dann 6,40 Euro kosten. Durch den Preisanstieg würde immer mehr Menschen ausgegrenzt, kritisiert der SoVD. „Wenn nicht gleichzeitig etwas für die Menschen getan wird, die arm sind, vertieft dies die soziale Spaltung“, sagt Hamburgs SoVD-Vorstand Klaus Wicher.

Für Sozialhilfeempfänger gäbe es nur einen Zuschuss von 20,80 Euro auf Monatskarten. Doch auch deren Preise steigen um 0,9 Prozent. „Der SoVD fordert seit langem die kostenlose Nutzung von Bus und Bahn für Hartz-IV-Empfänger, Alleinerziehende oder arme Rentner. Öffentlicher Nahverkehr ist gerade für diese Menschen eine immens wichtige Möglichkeit, an Aktivitäten und dem Leben in der Gesellschaft teilzuhaben.“

Auch die Linksfraktion moniert die erneute „Verteuerung“. Ein weiterer Preisanstieg müsse unbedingt gestoppt werden, sagt Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion: „Nur so ist ein stärkerer Umstieg vom Auto auf den ÖPNV zu schaffen. Wer bessere Luft in Hamburg will, muss den HVV attraktiver und günstiger machen.“

Es gibt allerdings auch Lob für die „moderate Anhebung“. Die CDU fordert den rot-grünen Senat auf, dem HVV-Vorschlag zuzustimmen. Schließlich würde die jährliche Tarifanpassung „erstmalig in der Regierungszeit von Olaf Scholz unter der Inflationsrate“ liegen.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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