Gewerkschaft : Sozialarbeiter:innen beginnen Streikwoche in Hamburg

Gewerkschaftsprotest in Hamburg. Foto: Actionpress

Ver.di hat in dieser Woche bundesweit Beschäftigte aus sozialen Berufen zu Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang machten Sozialarbeiter:innen unter anderem von Fördern und Wohnen.

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Der erste Tag der Streikwoche war in Hamburg ausdrücklich der Sozialarbeit gewidmet: Die Gewerkschaft Ver.di rief Mitarbeiter:innen des UKE, der Asklepios Kliniken und auch Beschäftigte des städtischen Unterkunftsbetreibers Fördern und Wohnen am Montag zum Streik auf. Hier soll die Beteiligung allerdings überschaubar gewesen sein.

Ver.di fordert mit der Streikwoche für soziale Berufe nicht nur höhere Löhne und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern auch langfristige Maßnahmen gegen Personalmangel. Um diese Forderungen Nachdruck zu verleihen, gingen am Mittwoch in Hamburg 2000 Menschen auf die Straße. Aufgerufen waren diesmal Mitarbeiter:innen der Kitas und schulischer Ganztagesbetreuung. Doch auch wenn dies der zahlenmäßige Höhepunkt der Hamburger Streikwoche gewesen sein dürfte – der Gewerkschaft geht es auch darum, die Vielfalt der Berufe in Sozial- und Erziehungsarbeit darzustellen.

Gewerkschaftssekretärin Sigrid Ebel sagt gegenüber Hinz&Kunzt, die Situation in Kitas oder anderen öffentlichen Einrichtungen sei vielleicht den meisten Menschen bekannter, hier merkten weite Teile der Bevölkerung schnell einen Ausfall der Beschäftigten. Doch in Hamburg seien es gerade Mitarbeiter:innen von Fördern und Wohnen, die einen großen Teil zur öffentlichen Fürsorge beitragen. Sie sind es, die beispielsweise einen Großteil der Erstversorgung und weiteren Begleitung von Geflüchteten in Hamburg beitragen. Und damit durchgehend einer hohen Belastung ausgesetzt sind. Für Ebel ist es jedenfalls unverständlich, dass diese „jetzt für die Wertschätzung ihrer Arbeit auf die Straße gehen müssen“.

Neben der Demonstration am Mittwoch, sind in Hamburg am Donnerstag außerdem Streiks der Eingliederungs- und Behindertenhilfe geplant. Auch für diesen Bereich fordert Gewerkschaftssekretärin Ebel ausdrücklich mehr Sichtbarkeit, der Donnerstag soll Beschäftigten eine Möglichkeit zum Austausch und zur Organisation bieten. In allen Bereichen der Sozial- und Erziehungspflege fehlten Fachkräfte, durch die Pandemie habe sich die Situation noch verstärkt.

Die Verhandlungen führt ver.di mit dem Beamtenbund dbb für die bundesweit rund 330.000 Beschäftigten in Sozial- und Erziehungsberufen. Auf der anderen Seite stehen die Vertreter:innen kommunaler Arbeitgeberverbände. Die Tarifverhandlungen waren im März ohne Ergebnis vertagt worden, am 16. Mai sollen sie in Potsdam fortgeführt werden.

Autor:in
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD Digitales.

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