Fridays for Future : Schüler fordern „massive Anstrengungen“ von der Kanzlerin

Bei der Fridays-for-Future-Demo am 1. März in Hamburg protestierte auch die 16-Jährige Greta Thunberg mit. Foto: Action Press

Vor der Fridays-for-Future-Demonstration am Freitag haben Hamburger Schüler einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel geschrieben. Bischöfin Kirsten Fehrs wünscht den Jugendlichen „Gottes Segen“.

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Am Donnerstag hat die Hamburger Ortsgruppe von Fridays for Future sich außerdem in einem offenen Brief an Angela Merkel (CDU) gewandt. „Das Schicksal unserer Zivilisation steht auf dem Spiel“, mahnen sie darin und fordern von Merkel „massive Anstrengungen zum Klimaschutz“, um „kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu bewahren, welche nicht im Wesentlichen durch den Klimawandel und seine Folgen
bestimmt wird.“

Merkel solle sich ihrer Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen stellen, heißt es weiter in dem Brief. „Wir selber sind bereit, unsere kurzfristigen Bedürfnisse hinter das größere Ziel einer langfristigen, lebenswerten Fortexistenz der menschlichen Zivilisation zu stellen.“ Insgesamt haben 37 Ortsgruppen von „Fridays for Future“ den Brief unterzeichnet.

Demos in mehr als 200 deutschen Städten

Am Freitag sind in mehr als 200 deutschen Städten Protestaktionen der Fridays-for-Future-Bewegung angekündigt, weltweit soll es nach Angaben der Initiatorin Greta Thunberg an mehr als 1300 Orten in 98 Ländern Proteste für den Klimaschutz geben. In Hamburg beginnt die Demonstration um 14.30 Uhr am Hachmannplatz und führt bis zum Gänsemarkt, von wo aus anschließend eine weiterer Demo zum Rathaus führen soll.

Mitorganisatorin Nele Brebeck kritisierte im Aufruf, dass die Bundesregierung den Kohleausstieg erst bis 2038 plant: „Kompromisse in Sachen Klimapolitik sind für uns als Generation vollkommen inakzeptabel, denn am Ende sind es wir, unsere Kinder und Enkelkinder, die die verheerenden Konsequenzen solcher Kompromisse tragen werden.“

Bischöfin wünscht „Gottes Segen“

Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs hat da Engagement der Jugendlichen in dieser Woche ausdrücklich begrüßt: „Ich finde es großartig, dass Jugendliche für die Zukunft des Planeten aufstehen und auf die Straße gehen“, schrieb Fehrs in einem Brief an die Evangelische Jugend.

Fehrs kritisiert darin auch, dass manche Erwachsene sich am Begriff „Schulstreik“ stören: „Dabei wurde oft übersehen, dass Ihr ja nicht gegen den Unterricht auf die Straße geht, sondern für den Klimaschutz, selbst in den Ferien.“ Für das weitere Engagement wünscht die Bischöfin den Jugendlichen „Gottes Segen“.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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