Flughafen Hamburg : Roma protestieren gegen Abschiebungen

Am Mittwoch rufen Roma-Verbände zu einer Protestkundgebung am Hamburger Flughafen auf. Sie wehren sich gegen Sammelabschiebungen und staatliche Diskriminierung.

Hamburger Roma prtoestieren gegen Diskriminierung, wie hier am 2. August. (Foto: Romano Jekipe Ano Hamburg.)
Hamburger Roma prtoestieren gegen Diskriminierung, wie hier am 2. August. (Foto: Romano Jekipe Ano Hamburg.)

„Wir haben die Nase voll“, sagt Zlatko. Seine Wut richtet sich gegen die Diskriminierung von Roma – „wir werden behandelt, als wären wir keine Menschen.“ Er ist Mitglied der Initiative „Romano Jekipe ano Hamburg“. Gemeinsam mit weiteren Roma-Verbänden protestiert er am Hamburger Flughafen gegen Sammelabschiebungen.

Hamburg hat im 1. Quartal bereits 101 Menschen abgeschoben – im gesamten Jahr 2014 waren es 334. Roma haben so gut wie keine Chance, als Flüchtlinge anerkannt zu werden – besonders, seit 2014 Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien als so genannte „sicheren Herkunftsstaaten“ eingestuft wurden. Nun wird sogar darüber diskutiert, die Liste um Albanien, Kosovo und Montenegro zu erweitern.

Die Roma-Verbände beklagen als Folge eine „massive Entrechtung“. Die meisten Asylanträge von Roma aus dem Balkan würden als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt: im Schnellverfahren und ohne eine individuelle Prüfung gemachter Angaben. Eine Einschätzung, die auch der Berliner Historiker Walter Wippermann teilt: Es sei „einfach nicht wahr“, dass Länder wie Mazedonien und Serbien ’sichere Herkunftsländer‘ sind, sagte er der Zeitung „Neues Deutschland“: Roma würden vom Arbeitsmarkt verdrängt, ihre Kinder in Sonderschulen geschickt. „Sie leben in entsetzlichen Verhältnissen. Diese Menschen kommen nicht nur, weil sie systematisch verarmt werden, sondern auch, weil sie rassisch diskriminiert werden.“

Dennoch hat sich Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz erst kürzlich dafür stark gemacht, Sammellager eigens für Balkan-Flüchtlinge einzurichten (Hinz&Kunzt berichtete). Dort sollen Asylverfahren im Schnellverfahren durchgeführt werden. „Diese staatliche Vorverurteilung und Sonderbehandlung der Roma zeigt klar die Muster des uralten Hasses auf Sinti und Roma“, heißt es in dem Aufruf zur Protestkundgebung.

Die Roma-Verbände fordern hingegen einen Abschiebestopp: „Abschiebung ist die schlimmste Form staatlicher Diskriminierung“.

Zum Protest aufgerufen haben:
Bundes Roma Verband e.V.
Roma Antidiscrimination Network (RAN)
Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung
Aktion Bleiberecht Freiburg
Romano Jekipe ano Hamburg
Recht auf Stadt Hamburg – never mind the papers
alle bleiben!
Roma Center Göttingen e.V.

Mehr Infos zum Thema unter romas-in-hamburg.blogsport.de

Protestkundgebung gegen Sammelabschiebungen, Flughafen Hamburg, Airport Plaza, Mittwoch, 5.8., 16 Uhr

1 Kommentar zu “Roma protestieren gegen Abschiebungen

  1. Es ist wahr, denn ich habe das auch mit bekommen, das keiner so richtig zu Hause ist. Weiter hin bstimmt Europa
    wer wo hin darf, und wer wo bleibt !! Da spielt es auch keine Rolle, ob du diskriminiert wirst, oder auch nicht. Der
    Mensch hat in der Politik noch nie eine Chance gehabt, und irgend wann wird sich das in den Europawahlen rächen.
    manch mal frage ich mich, welche Rechte der Mensch überhaupt noch in Europa hat ?? So wie wir mit den afrikanischen,
    oder den Flüchtlinge aus NahOst umgehen, gehen wir mit anderen Flüchtlinge noch lange nicht um. Da wird mit zweier- lei Maß gemessen, und das soll verstehen wer will, ich verstehe es schon lange nicht mehr . Es kommt der Tag,
    da werden auch noch andere Flüchtlinge zu uns kommen, weil dort bombadiert wird, oder weil es dort Machtkämpfe gibt, die schon lange keiner mehr in Europa begreift !!
    Da zu dieser Text:
    Frieden

    Das Leben kommt,
    das Leben geht,
    und wenn es nicht mehr weiter geht,
    der Mensch zu manchem Krieg vermag,
    mit Waffen ist er hundert mal so stark,
    das Kind dafür nichts kann,
    nun tot im Arm der Mutter lag,
    Frieden lösen mit Worten,
    ohne Waffengewalt,
    an unparteiischen Orten,
    das Leid des Krieges verhindern,
    um die Totenzahl Unschuldiger zu mindern,
    wo zu noch Kriege, –
    wen wollt Ihr eigendlich besiegen,
    geht es hier um ein Stück Land,
    um die Ressaucen,
    oder um Religionen,
    dies ist kein Grund andere zu töten,
    denkt mal drüber nach,
    kann man sich nicht anders messen,
    um zu sprechen über seine Intressen,
    oder habt Ihr eure Menschlichkeit vergessen,
    das Leben ist ein hohes Gut,
    oder es schmilzt da hin,
    in heißer Glut,
    also seit schlau – nicht dumm,
    Krieg zu machen ist leicht,
    ihn zu Ende bringen,
    ganz schön schwer,
    darum muß endlich auf dieser Welt,
    der Frieden her.
    Text von Simone Heeder / Überarbeitung E.Heeder
    © by S&E. Heeder – HH 2015

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