Roma Action Day : Roma feiern gegen Diskriminierung

Roma-Protest 2016 in Berlin. Foto: Actionpress / Björn Kietzmann

Mit Musik, einem Kulturprogramm aber auch Protest auf der Straße wollen sich Roma in Hamburg am kommenden Wochenende gegen Rassismus und sich für ein Bleiberecht einsetzen, da viele aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten.

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Am Freitag, dem internationalen Tag der Roma, wird in Hamburg gefeiert – aber auch protestiert. Die Rom:nja – dies ist der gegenderte Überbegriff aller Romani-Untergruppen – erinnern an diesem Tag an den ersten internationalen Roma-Kongress, der am 8. April 1971 in London stattfand. „Wir erleben täglich, sei es in der Schule, in der Ausländerbehörde oder an den Grenzen, wie unsere Schwestern und Brüder beleidigt und diskriminiert werden“, sagt Zumreta Sejdovic. „Deswegen müssen wir weiter gegen Rassismus und Abschiebungen auf die Straße gehen.“ Die Aktivistin leitet die Anlaufstelle Romani Kafava, ein Zusammenschluss mehrerer Roma in Hamburg.

„Seit zwei Jahren hat uns die Coronapandemie das jährliche Zusammenkommen erschwert“, sagt Sejdovic. „Umso mehr freuen wir uns, dieses Jahr mit vielen Verbündeten gemeinsam diesen Tag zu feiern.“ Neben Musik und Essen am Abend, werden am 8. und auch am 9. April tagsüber Workshops zu den Themen Bleiberecht und Rassismus sowie Rechtsberatungen angeboten. Das ganze Programm findet in und vor dem Café Nova in der Immanuelkirche auf der Veddel statt. Gerade die Veddel und Wilhelmsburg seien ein Zufluchtsort vor Vertreibung und Ausgrenzung für viele Rom:nja geworden, die aus den Ostbalkanstaaten Montenegro, Mazedonien oder auch Serbien vor Verfolgung und Ausgrenzung flohen.

Eine Stimme verleiht den Menschen, seit Anfang der 1980er Jahre der Zentralrat der Sinti und Roma. Dass sich inzwischen in Berlin, Göttingen und auch Hamburg Zusammenschlüsse wie eben Romani Kafava bilden, ist eine neuere Entwicklung. Zu ihrem Selbstverständnis gehört auch deutlicher Protest. Und so wird es am 8. April zudem eine Demonstration geben, die ab 17 Uhr vom Wilhelmsburger Platz bis zum Stübenplatz führt.

Autor:in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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