Ehrenamtliche Helfer springen ein : Obdachlose müssen Winternotprogramm verlassen

Aus dem Winternotprogramm im Schaarsteinweg für der Weg für die Obdachlose direkt raus in den Schnee. Foto: Jonas Füllner

Auch bei starkem Frost schließt die Stadt Hamburg das Winternotprogramm für einige Stunden. Derweil häufen sich die privaten Hilfsangebote für Obdachlose.

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Etwa 650 Menschen verbrachten die vergangenen Nächte in den Notunterkünften der Stadt. Trotz strengem Frost und Temperaturen von Minus 8 Grad schloss die Stadt Hamburg am Mittwoch um 11 Uhr das Winternotprogramm.

Die Obdachlosen mussten von dort aus weiterziehen. Offen standen zu diesem Zeitpunkt einige Tagesaufenthaltsstätten der Wohlfahrtsverbände – mit rund 400 Plätzen. Insgesamt leben in Hamburg allerdings nach Schätzungen der Diakonie mehr als 2000 Menschen auf der Straße.

Viele Obdachlose suchen Schutz in Einkaufszentren. Darüber hinaus gibt es private Hilfsangebote. Vor allem auch für die 124 Obdachlosen aus Osteuropa, die die Stadt Hamburg in diesem Winter an den Türen der Schlafstätten abgewiesen hat. In der Nacht auf Mittwoch half der Hamburger Boxverein Hamburg Giants aus und öffnete seine Turnhalle für Obdachlose, unabhängig von ihrer Nationalität. Die Nachricht verbreitete sich schnell. Sechs Menschen nutzen das Hilfsangebot, das auf Grund der Kälte spontan anderthalb Stunden länger geöffnet blieb.

Ab kommenden Montag öffnet darüber hinaus die Hamburger Botschaft (Sternstraße 2) im Schulterblatt zwischen 11 und 15 Uhr und bietet Obdachlosen Schutz und warme Getränke. Der gemeinnützige Verein Clubkinder sucht bei Facebook noch ehrenamtliche Helfer, die das Projekt unter anderem mit selbstgebackenem Kuchen oder auch ein paar gestrickten Socken unterstützen wollen.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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