Corona : Mobile Impfteams sollen Obdachlose impfen

Ausweg aus der Pandemie: Eine Impfung gegen Corona schützt vor dem gefährlichen Virus. Foto: Actionpress

Obdachlose auf der Straße sollen in Hamburg von mobilen Impfteams versorgt werden. Einen Zeitplan gibt es aber noch nicht. Den Impfungen im Winternotprogramm drohen Verzögerungen.

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Die Hamburger Sozialbehörde plant, Obdachlose auf den Straßen der Hansestadt mit mobilen Impfteams gegen das Coronavirus zu impfen. Das gab der Senat jetzt auf Anfrage der CDU bekannt. Wann und wie genau diese Impfungen ablaufen sollen, ist bislang aber noch unklar, erklärt Behördensprecher Martin Helfrich gegenüber Hinz&Kunzt: „Denn es ist noch offen, wann welcher Impfstoff zur Verfügung steht und inwieweit der jeweilige Impfstoff mobil einsetzbar ist.“

Schon im Februar hatte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) angekündigt, Obdachlosen in den Unterkünften des Winternotprogramms im April ein Impfangebot machen zu wollen. Knapp 700 Menschen und damit ein erheblicher Teil der mindestens 2000 Hamburger Obdachlosen schliefen zuletzt in den Großunterkünften sowie dem zusätzlichen Standort mit Einzelzimmern in der Eiffestraße – naheliegend die Menschen direkt vor Ort zu impfen. Schließlich gehören viele Obdachlose aufgrund von Vorerkrankungen zur Corona-Risikogruppe. Bewohner*innen von Unterkünften zählen laut Impfverordnung des Bundes auch ganz offiziell zur Personengruppe mit hoher Impfpriorität.

Auf die CDU-Anfrage hin heißt es vom Senat nun, dass noch nicht final entschieden sei, ob das Winternotprogramm für die Impfungen über den März hinaus verlängert wird. Dass hatte Leonhardt im Sozialausschuss der Bürgerschaft angekündigt. Es sei allerdings das Ziel, die Standorte für die Impfungen zu nutzen. Behördensprecher Helfrich führt gegenüber Hinz&Kunzt aus, dass die Standorte eine zentrale Rolle bei den Impfungen einnehmen werden: „Dort besteht die nötige Infrastruktur und dort sind auch die meisten Obdachlosen.“

Zeitplan noch unklar

„Wir können momentan für keine der Zielgruppen eine klare Auskunft über den Zeitverlauf der Impfangebote geben“– Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde

Ob es bei einem Impfangebot bis spätestens Ende April bleibt, wie Leonhard in Aussicht gestellt hatte, ist angesichts von Lieferschwierigkeiten und den Unsicherheiten rund um den Impfstoff von Astrazeneca aber offen. „Wir können momentan für keine der Zielgruppen eine klare Auskunft über den Zeitverlauf der Impfangebote geben“, erklärt Helfrich.

In anderen Städten stehen die Behörden vor ähnlichen Problemen. So hat gestern etwa die Berliner Senatsverwaltung für Soziales bekanntgegeben, den geplanten Start der Impfkampagne für obdachlose Menschen und Menschen mit Behinderung verschieben zu müssen. Grund sei der vom Bund verhängte Stopp der Astrazeneca-Impfungen. Ursprünglich sollten die Impfungen dort in dieser Woche beginnen.

Angesichts dieser Unsicherheiten macht Andreas Grutzeck, sozialpoltischer Sprecher der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft Druck auf die Verantwortlichen. Der Senat müsse dringend sein Impfkonzept für die Obdachlosen konkretisieren, sagte Grutzeck: „Hier erwarten wir endlich klare Aussagen, zumal die reguläre Laufzeit des Winternotprogramms Ende März endet und eine Verlängerung bisher noch nicht verkündet wurde.“

Autor*in
Lukas Gilbert
Lukas Gilbert
Studium der Politikwissenschaft in Hamburg und Leipzig. Seit September 2019 Volontär in der Hinz&Kunzt-Redaktion.

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