#leavenoonebehind : Mit grenzenloser Solidarität gegen Corona

An Social Distancing und ausreichende Hygiene ist hier nicht zu denken: Das überfüllte Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Foto: Actionpress / Björn Kietzmann

Die Corona-Pandemie ist besonders dramatisch für Geflüchtete, die in Lagern an den EU-Außengrenzen festsitzen und für Obdachlose. Die Kampagne #leavenoonebehind appelliert daran, sie nicht zu vergessen – und hat eine Petition gestartet.

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Die Corona-Pandemie trifft nicht alle gleich hart. Am dramatischsten ist die Lage momentan wohl für viele Geflüchtete, Obdachlose, alte- und kranke Menschen sowie prekär Beschäftigte. Damit die nicht vergessen werden ist die Kampagne #leavenoonebehind ins Leben gerufen worden. Initiiert wurde sie unter anderem vom grünen Europaparlamentsabgeordneten Erik Marquardt, der seit Wochen auf der griechischen Insel Lesbos ist. Stand Freitag haben mehr als 130.000 Menschen die Online-Petition unterschrieben. Zu den Erstunterzeichner*innen gehören Sibylle Berg, Katrin Goering-Eckardt und Lars Eidinger.

Im Aufruf wird daran appelliert, gerade jetzt solidarisch zu sein: „Die Corona-Krise lässt das Leid von Schutzsuchenden, die Gewalt und die humanitäre Katastrophe in den Hintergrund treten. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, zusammen zu halten.“

Dramatische Lage in Griechenland

Im völlig überfüllten Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind momentan 20.000 Menschen untergebracht – ursprünglich war es für 3000 Menschen ausgelegt. NGO’s vor Ort melden momentan, dass das Lager abgeriegelt wird.

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Ohnehin ist die Situation im Lager unhaltbar, erst Anfang der Woche ist bei einem Großbrand in Moria ein Kind ums Leben gekommen. Durch die Corona-Pandemie wird sich die Lage vor Ort weiter zuspitzen. Social Distancing und Hygiene sind im überfüllten Lager schlicht unmöglich. #leavenoonebehind fordert von der EU-Kommission deshalb, überfüllte Flüchtlingslager zu evakuieren und die Menschen an Orten unterzubringen, an denen sie sich vor dem Virus schützen können.

Außerdem fordert die Kampagne, dass es auch in Krisenzeiten einen Zugang zu Asylverfahren gibt und rechtsstaatliche Standards bestehen bleiben. Gerade erst ist bekannt geworden, dass die Bundesregierung humanitäre Programme zur Hilfe von Geflüchteten wegen der Corona-Krise vorerst aussetzt.

„ Die Zivilgesellschaft wird zeigen, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, wenn wir niemanden zurücklassen.“

Die Kampagne nimmt aber auch Obdachlose in den Blick. Im Aufruf fordern die Initiator*innen den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete. In den kommenden Wochen wollen sie Aufmerksamkeit schaffen und Druck machen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Außerdem soll Geld für Hilfsorganisationen gesammelt werden. In die Zukunft schauen sie trotz allem mit Optimismus: „Die Zivilgesellschaft wird zeigen, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, wenn wir niemanden zurücklassen.“

Autor*in
Lukas Gilbert
Lukas Gilbert
Studium der Politikwissenschaft in Hamburg und Leipzig. Seit September 2019 Volontär in der Hinz&Kunzt-Redaktion.

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