Die Zelte dürfen stehen bleiben

Gute Nachricht für die Obdachlosen an der Kennedybrücke. Sie müssen ihre „Platte“ jetzt doch nicht räumen. Das bestätigte am Donnerstag das Bezirksamt Mitte gegenüber Hinz&Kunzt.

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Die sechs Zelte der Obdachlosen an der Kennedybrücke dürfen jetzt doch stehen bleiben.

Rolf, Emma und die anderen Obdachlosen an der Kennedybrücke können aufatmen. Sie müssen doch nicht ihre „Platte“ räumen. Es sei nie beabsichtigt gewesen, die Menschen zu vertreiben, erklärte Bezirksamtssprecher Norman Cordes am Donnerstag gegenüber Hinz&Kunzt. Den Obdachlosen war zwei Tage zuvor eine Aufforderung zur Räumung ihrer „Platte“ ausgehändigt worden.

„Das Bezirksamt hat den Zettel an die Obdachlosen nicht verteilt“, stellt Cordes klar. Aber wer dann? Hinz&Kunzt fragte bei der Polizeipressestelle nach. Dort hieß es zunächst, das Schreiben sei in Absprache mit dem Bezirk den Obdachlosen ausgehändigt worden. Nach weiteren internen Recherchen räumte die Polizei dann am Nachmittag ein, dass ein Fehler unterlaufen sei. So habe ein Beamter ohne Rücksprache mit dem Bezirk eigenmächtig das Schreiben den Obdachlosen überreicht. Da es aber von Seiten des Bezirks keinen Grund für eine Räumung gibt, bleibt es dabei: Solange es zu keinen gravierenden Verstößen kommt, wird das Bezirksamt die sieben Obdachlosen weiterhin auf der Grünfläche neben der Brücke dulden.

Eine gute Nachricht für das obdachlose Pärchen Rolf und Emma. Sie zeigten sich gestern erschrocken über die plötzliche Androhung einer Räumung. „Wir haben niemanden belästigt und unsere ‚Platte’ stets sauber gehalten“, sagte Rolf im Gespräch mit Hinz&Kunzt. Außerdem seien sie bemüht eine Wohnung zu finden. Das bestätigt gegenüber Hinz&Kunzt auch ein Sozialarbeiter. Bereits im Dezember hätten Rolf und Emma die Fachstelle aufgesucht. Ohne Erfolg. Seit Monaten warten sie jetzt schon auf einen Platz in der Öffentlichen Unterbringung. Bislang allerdings vergeblich.

Text und Foto: Jonas Füllner

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