S- und U-Bahnen : HVV verlangt 50.000 Euro für Betteln und Musizieren

In den Zügen der S-Bahn ist Betteln und Musizieren verboten. Symbolfoto: Deutsche Bahn AG/Volker Elersleben.

Mehr als 1200 mal hat der HVV 2020 Bußgelder für Betteln und Musizieren in Hamburgs S- und U-Bahnen verhängt. Dabei gab es viel weniger Beschwerden.

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Abmeldung via Link in der Fußzeile der Mails. Infos zum Datenschutz.

Der Hamburger Verkehrsverbund hat im vergangenen Jahr fast 50.000 Euro Bußgelder für das Betteln oder Musizieren in S- und U-Bahnen verhängt. Wie der Senat auf eine Anfrage der Linken-Politikerin Stephanie Rose mitteilte, verhängte die Hochbahn 687 mal ein solches Bußgeld, die S-Bahn 554 mal.

Für diesen Verstoß gegen die Beförderungsbedingungen sind jedes Mal 40 Euro fällig. Dabei stört das Betteln und Musizieren offenbar vor allem die Verkehrsbetriebe selbst: Beschwerden von Fahrgästen gab es im Jahr 2020 laut Senat nämlich nur 143 mal.

„Hier nimmt man das Geld wirklich von den Falschen“, kommentiert Rose, die sozialpolitische Sprecherin ihrer Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft ist. „Betteln ist Ausdruck einer extremen Notlage und macht die Armut in der Stadt erst sichtbar. Die Menschen tun dies in der Regel, weil sie darauf angewiesen sind und keine anderen Einkünfte haben. Die Corona-Pandemie hat ihre Situation allein dadurch verschärft, dass weniger Menschen in der Innenstadt unterwegs sind und somit seltener Geld gegeben wird.“

Straßenmusiker
Musik in der Bahn – das nervt doch total, oder?
Musiker in S-Bahnen polarisieren: Die Bahn unterstellt ihnen sogar „organisierte Bettelei“. Hinz&Künztler Victor hat lange in Zügen musiziert und danach um Geld gebeten. Er spiele Saxofon, um die Familie ernähren – und aus Liebe zur Musik.
Autor*in
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD Digitales.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.