Obdachlosenhilfe : Hotelprojekt wird bis zur Corona-Impfung verlängert 

Ruhiger Rückzugsort und Schutz vor einer Corona-Infektion: Zumindest noch bis zu einer Impfung können die aktuell 130 Gäste im Hamburger Hotelprojekt bleiben. Foto: Mauricio Bustamante.

Das spendenfinanzierte Hotelprojekt für Obdachlose in Hamburg wird noch einmal verlängert. So soll sichergestellt werden, dass alle Gäste die Möglichkeit zu einer Impfung bekommen.

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Zumindest bis zur Impfung haben die 130 Obdachlosen im spendenfinanzierten Hamburger Hotelprojekt weiter einen sicheren Rückzugsort. Das Kooperationsprojekt von Alimaus, Hinz&Kunzt und Diakonie wurde nochmals bis Mitte Mai verlängert. „Wir sind sehr froh, dass wir den Hotelgästen nun nicht nur während der kalten Jahreszeit eine sichere Unterkunft bieten konnten, sondern sie im Hotel bleiben können, bis alle, die wollen, geimpft sind“, sagt Landespastor Dirk Ahrens, Leiter des Diakonischen Werks und Hinz&Kunzt-Herausgeber. Möglich geworden ist die Verlängerung des Projekts durch weitere Spenden an Hinz&Kunzt sowie die Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit Hamburg.

Die Impfung der Obdachlosen ist in greifbarer Nähe: Am Montag hat die Sozialbehörde damit begonnen, die Bewohner*innen des Winternotprogramms in zunächst zwei Gemeinschaftsunterkünften zu impfen. In den nächsten Tagen und Wochen sollen auch Bewohner*innen weiterer städtischer Unterkünfte und des Hotelprojekts ein Impfangebot erhalten.

Corona-Ausbruch im Winternotprogramm

Wie nötig eine schnelle Immunisierung der Obdachlosen ist, hat vergangene Woche ein größerer Corona-Ausbruch in der Großunterkunft in der Friesenstraße gezeigt. Mindestens 42 Menschen hatten sich dabei infiziert. Bei einer PCR-Reihentestung unter allen Nutzer*innen des Winternotprogramms wurden am Dienstag weitere 15 Infektionen bekannt. Wegen häufiger Vorerkrankungen gehören Obdachlose laut Robert-Koch-Institut zur Corona-Risikogruppe.

Auch vor diesem Hintergrund sagt Stephan Karrenbauer, Sozialarbeiter bei Hinz&Kunzt: „Bis zu einer Impfung sollten jetzt alle obdachlosen Menschen, die die es wollen, in Einzelunterkünften oder Hotelzimmern untergebracht werden.“ Seit Beginn der Pandemie macht Karrenbauer, wie viele Expert*innen aus der Wohnungslosenhilfe und Virolog*innen, auf die Ansteckungsgefahren in Gemeinschaftsunterkünften aufmerksam.

Hinz&Kunzt, Diakonie und Alimaus hatten schon im Frühjahr 2020 gemeinsam erfolgreich Obdachlose in Hotels untergebracht. Nach einer Pause wurde das Projekt am 1. Dezember wiederaufgenommen, erneut ermöglicht durch eine Großspende des Hamburger Unternehmens Reemtsma. Auch der FC St. Pauli, die Nordkirche, die Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit Hamburg und viele Privatleute ermöglichten das Projekt durch ihre Spenden. Die Gäste sind an sechs Standorten untergebracht, werden von Sozialarbeiter*innen begleitet und bekommen Verpflegung oder Lebensmittelgutscheine.

Autor:in
Lukas Gilbert
Lukas Gilbert
Studium der Politikwissenschaft in Hamburg, Warschau und Leipzig. Seit 2019 bei Hinz&Kunzt. Zunächst als Volontär, seit September 2021 als Redakteur.

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