Wohnungspolitik : Hamburg verliert bis 2030 jede zweite Sozialwohnung 

Die Zahl der Sozialwohnungen wie in Steilshoop sinkt kontinuierlich ab. Foto: Bildarchiv Hamburg

In den kommenden zehn Jahren fallen mehr als 40.000 der aktuell rund 78.000 Sozialwohnungen in Hamburg aus der Preisbindung. Trotz aller Neubaubemühungen droht preiswerter Wohnraum damit noch knapper zu werden.

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Auch in den kommenden Jahren wird die Zahl der Sozialwohnungen in Hamburg voraussichtlich nicht steigen – obwohl die Stadt den Bau von mindestens 3000 günstigen Wohnungen pro Jahr fördert. Denn rund 4000 Sozialwohnungen fallen gleichzeitig jährlich aus der Preisbindung, so der Senat auf Anfrage der Linksfraktion. Bis Ende 2030 wird Hamburg dadurch 41.528 von aktuell rund 78.000 Sozialwohnungen verlieren.

Ohne neue Maßnahmen ist zu befürchten, dass die Zahl der Sozialwohnungen sogar weiter sinkt. Zwar hat der Senat im vergangenen Jahrzehnt ein großes Neubauprogramm gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft aufgesetzt. Doch wurden seit 2011 trotzdem nicht mehr als rund 21.500 neue Sozialwohnungen gebaut.

Der Senat verweist darauf, dass viele Wohnungen, die aus der Preisbindung fallen werden, der städtischen Saga oder Genossenschaften gehören und deshalb keine extremen Preissteigerungen zu erwarten seien. Zudem entstünden auf städtischem Boden inzwischen auch günstige Wohnungen ohne Förderung: mit acht Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. 430 dieser sogenannten Hamburg-Wohnungen wurden bereits fertiggestellt. Knapp 800 weitere Wohnungen befinden sich aktuell in Planung oder im Bau.

Autor:in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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