Fuhlsbüttel : Feuerwehr evakuiert 80 Wohnungslose

Mehr als 70 Feuerwehrleute rückten zum Löschen am Hornkamp aus. Foto: Dominick Waldeck

Großeinsatz für die Hamburger Feuerwehr in Fuhlsbüttel: In einer städtischen Unterkunft für Wohnungslose brach ein Feuer aus. Die Einrichtung ist bis auf weiteres unbewohnbar. 

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Zum Glück wurde niemand schwer verletzt, als am Dienstagmittag der Dachboden einer Unterkunft für Wohnungslose in Fuhlsbüttel in Flammen aufging. Die Feuerwehr evakuierte 80 Bewohner aus dem Gebäude des Betreibers fördern&wohnen am Hornkamp und löschte anschließend den Brand.

Ein Bewohner soll versucht haben, einem Wespennest aus seinem Fenster heraus mit einem brennenden Grillanzünder zu Leibe zu rücken und dabei das Dach angezündet haben. Das Landeskriminalamt ermittelt gegen ihn wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Das Feuer stellte die Retter vor große Herausforderungen: Weil sich die Flammen in die Dachisolierung gefressen hatten, ließen sie sich nur schwer löschen. Die Einsatzkräfte deckten deshalb das komplette Dach ab.

„Das war sehr, sehr aufwendig“, sagte Feuerwehrsprecher Werner Nölken zu Hinz&Kunzt. Bis 19 Uhr haben nach seinen Angaben die Nachlöscharbeiten gedauert. 71 Feuerwehrleute waren im Einsatz, einer von ihnen stieß sich im Einsatz den Kopf und erlitt eine Platzwunde.

86 Wohnungslose mussten umziehen

Der Schaden, den Flammen, Rauch und Löschwasser angerichtet haben, ist groß. „Die Unterkunft ist momentan unbewohnbar“, sagt Susanne Schwendtke, Sprecherin von fördern&wohnen. Alle 86 Wohnungslosen mussten umziehen. Die meisten seien in andere f&w-Unterkünfte umquartiert worden. „Einige sind zunächst bei Freunden untergekommen“, sagt Schwendtke. 

Fördern&wohnen prüfe derzeit, ob wenigstens die erste Etage der Einrichtung demnächst wieder belegt werden kann. Wie hoch der Schaden ist, lasse sich bislang noch nicht beziffern.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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