Psychologe über Fake News : „Wir ignorieren Fakten, die nicht zu unserem Weltbild passen“

Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos
Hinz&Kunzt Randnotizen

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Wieso glauben Menschen so gern Dinge, die nicht wahr sind? Wonach beurteilen wir überhaupt, was richtig und was falsch ist? Unser subjektives Weltbild spielt dabei eine große Rolle, sagt der Psychologe Thomas Brudermann.

Hinz&Kunzt: Herr Brudermann, Sie nennen in Ihrem Buch 25 gängige Ausreden für klimaschädliches Verhalten, etwa „Ich habe schon genug andere Sorgen“. Wir würden lügen und uns doch für ehrlich halten. Warum sollten wir uns so paradox benehmen?

Thomas Brudermann: Die meisten Menschen halten sich für umweltfreundlich. In dieses positive Selbstbild passt nicht hinein, dass wir uns auch umweltschädlich verhalten. Weil wir uns das nicht eingestehen wollen, müssen wir die Kluft auflösen. Wir könnten unsere Einstellung oder unser Verhalten ändern, aber das ist sehr schwierig. Da kommen dann diese Ausreden ins Spiel. Damit kann ich mir schönreden, dass ich mit dem Auto in den Supermarkt fahren muss, um zwei Flaschen Wasser zu transportieren.

Der Selbstbetrug lohnt sich also?

Genau, er dient dazu, dass wir uns morgens noch guten Gewissens im Spiegel anschauen können.

Wir überschätzen auch unseren eigenen Wissensstand, schreiben Sie, ein Phänomen namens „Overconfidence“. Fußballfans zu Hause auf der Couch wissen mehr als der Bundestrainer?

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Artikel aus der Ausgabe:

Auf dem Sprung

Die Elfjährige Mariia Zaritska ist aus Kiew geflohen und tanzt in Hamburg Ballett. Im Schwerpunkt: Was Verschwörungserzählungen mit Beziehungen anrichten – und wie man mit Argumenten dagegen halten kann. Außerdem: Atellierbesuch bei Regisseurin Katrin Gebbe („Die Kaiserin“).

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Autor:in
Simone Deckner
Simone Deckner
Simone Deckner ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Soziales. Seit 2011 arbeitet sie bei Hinz&Kunzt: sowohl online als auch fürs Heft.

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