Hörspiel-Wettbewerb Audiyou : Die Welt von morgen

Wie klingt Zukunft? Hinz&Künztler Reiner Rümke überreicht die Urkunden für den dritten Platz im Hörspielwettbewerb von Audiyou und Hinz&Kunzt an Viertklässler Omar von der Grundschule Arnkielstraße. Foto: Dmitrij Leltschuk

Wie klingt „Zukunft“? Diese Frage beantworteten rund 200 Schüler aus Hamburg und dem Umland beim diesjährigen Wettbewerb von Audiyou und Hinz&Kunzt.

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Der Bass wummert, das Keyboard quietscht und orgelt, während junge Stimmen gekonnt ihren Rap dem Beat anpassen: „Das ist die Welt von morgen, so sehen wir sie. Glückliche Menschen statt Tränen und Krieg. Hebt die Hände, wenn ihr das Leben liebt.“ Das funktioniert: Die Zuhörer reißen ihre Arme in die Höhe und jubeln als der Song „Die Welt von morgen“ durch den Verkaufsraum von Hinz&Kunzt schallt.

Dort findet an diesem Tag die Preisverleihung für den Jugend-Hörbuchpreis Audiyou statt. Gleich zu Beginn hatte Sascha Draeger eingeräumt: „Wir hatten dieses Mal die Qual der Wahl und es war nicht leicht, sich auf einen Sieger festzulegen.“ Sascha Draeger? Den Namen des Audiyou-Jurymitglieds kannten die Kinder nicht. Im Gegensatz zu seiner Stimme. Seit vielen Jahren spricht der Schauspieler und Hörspielsprecher die Rolle des Tim in der Serie TKKG.

Die etwa 80 Schüler aus Hamburg und dem Umland hingen aber nicht deswegen an seinen Lippen. Sie warteten gespannt darauf, welchen Platz sie mit ihrer Klasse beim Wettbewerb von Audiyou und Hinz&Kunzt belegen würden. Nicht einmal für die Chips, Salzstangen und eine große Schüssel voller Gummibären hatten die Schüler Augen – zumindest nicht, solange sie noch nicht ihren Preis eingeheimst hatten. Und für alle, die gekommen waren, gab es eine Ehrung: ein erster, zwei zweite, zwei dritte Plätze und gleich mehrere Sonderpreise.

Der Jubel unter den Schülern war groß. Und die Preise lohnen sich. Denn beim Audiyou-Wettbewerb gibt es keine Pokale, sondern professionelles Aufnahme-Equipment zu gewinnen. Audiyou-Initiatorin Stephanie Landa will erreichen, das junge Menschen selber Audioaufnahmen anfertigen und dabei dazulernen. Jedes Jahr unter einem neuen Motto. In diesem Jahr sollten sich die Kinder Gedanken über die Zukunft machen. Und die sieht rosig aus, lauscht man den prämierten Beiträgen. Die Kinder träumen von einer Welt ohne Krieg, Hunger, Rassismus – und Hausaufgaben. Ein nachvollziehbarer Wunsch, für den die Kinder der Rudolf-Roß-Grundschule in der Neustadt in ihrem Hörspiel eine Lösung präsentierten. Dort basteln die Protagonisten heimlich an einem Roboter, der spätestens im Jahr 2217 alle Hausaufgaben selbstständig erledigt.

Den Beat konnten wir in den vergangenen Wochen schon nicht mehr hören. Aber jetzt bin ich ganz happy.– Schülerin Luzie

200 Jahre wollte das Team der Demokratischen Schule Infinita aus Steinhorst in der Nähe von Bad Oldesloe nicht auf bessere Zeiten warten. „Kommt alle mit in die Welt von morgen, niemand macht sich um Geld noch Sorgen, der Reichtum ist gerecht verteilt und Zeitmaschinen-Songs gehen echt mal steil“, singen sie in ihrer utopischen Vorstellung in „Die Welt von morgen“. Mit vorzüglicher Soundqualität, gewitzten Reimen und vielen mitsingenden und -rappenden Schülern überzeugten sie die Jury, die sich aus Sascha Draeger, Reiner Rümke (Hinz&Kunzt-Verkäufer), Annemarie Azong (Studentin) und Jörgpeter von Clarenau (Redaktion NDR Mikado) zusammensetzte. Die Schüler des Siegerteams waren völlig aus dem Häuschen. „Juhu, es hat sich gelohnt. Wir haben jede Woche geübt und gesungen“, sagte freudestrahlend Jonathan. Und seine Mitschülerin Luzie pflichtete ihm bei: „Ehrlich gesagt, den Beat konnten wir in den vergangenen Wochen schon nicht mehr hören. Aber jetzt bin ich ganz happy.“

Wir danken den Sponsoren Zoom für die Digitalen Recorder, der Hörcompany und dem Jumbo Verlag für CDs und der Firma Hajolt Klangschalen sowie der Joachim Herz Stiftung. Alle Beiträge anhören können Sie unter www.huklink.de/audiyou2017.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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