Sozialpsychologin Johanna Degen im Interview :
„Dating-Apps sind ein fucking Business-Case“

Jede:r hat etwas zu bieten, findet Sozialpsychologin Johanna Degen. Foto: Teach LOVE
Hinz&Kunzt Randnotizen

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Die Sozialpsychologin Johanna Degen erforscht, wie Dating-Apps unsere Gesellschaft verändern – und wie wir es schaffen, die kapitalistische Logik von Tinder & Co. auszutricksen.

Hinz&Kunzt: Wer Liebe sucht oder flirten möchte, scheint heute um Online-Plattformen kaum herumzukommen. Wie sind wir da hingekommen?

Johanna Degen: Wir haben uns entwöhnt, im öffentlichen Raum Nähe herzustellen. Weil wir schnell das Gefühl haben, es sei unerwünscht, unpassend oder auch riskant, dort andere Menschen anzusprechen. Online-Dating fühlt sich einfacher an. Man weiß, hier ist ein Ort, an dem Flirten erlaubt ist. Man unterstellt den anderen ähnliche Absichten – die die übrigens oft gar nicht haben. Die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer beim Online-Dating sind gar nicht verfügbar. Aber es fühlt sich so an, als könnten die Apps Bedürfnisse erfüllen, die wir woanders nicht mehr erfüllt bekommen.


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Artikel aus der Ausgabe:

Dating für Arme

Alle daten heutzutage mit Apps – was bedeutet das für Menschen mit wenig Geld? Dating-Apps sind „ein fucking Business-Case“, warnt die Sozialpsychologin Johanna Degen im Interview. Außerdem: ein Treffen mit Schlagerstar Kerstin Ott und die spannende Suche nach den Autor:innen eines gefälschten Umberto-Eco-Buchs.

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Autor:in
Annabel Trautwein
Annabel Trautwein
Annabel Trautwein schreibt als freie Redakteurin für Politik, Gesellschaft und Kultur bei Hinz&Kunzt - am liebsten über Menschen, die für sich und andere neue Chancen schaffen.

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