Randnotizen vom 2.10.2026
Darum ist das deutsche Schulsystem so ungerecht

Nah dran: Lehrer Andreas Wichtrup-Ovie hilft den Schülern Valerii Panchuk (Mitte) und Danyil Strupynskyi beim Einrichten der iPads fürs neue Schuljahr. Foto: Imke Lass
Nah dran: Lehrer Andreas Wichtrup-Ovie hilft den Schülern Valerii Panchuk (Mitte) und Danyil Strupynskyi beim Einrichten der iPads fürs neue Schuljahr. Foto: Imke Lass
Nah dran: Lehrer Andreas Wichtrup-Ovie hilft den Schülern Valerii Panchuk (Mitte) und Danyil Strupynskyi beim Einrichten der iPads fürs neue Schuljahr. Foto: Imke Lass

Über die Rolle der Eltern beim Lernerfolgen in deutschen Schulen und wieso die SPD in Hamburg das Fahren ohne Ticket entkriminalisiert.

Kürzlich ging mal wieder ein Ruck durch Deutschland: Etwa einem Drittel der hiesigen Jugendlichen fehlen grundlegende Kenntnisse in Mathematik und Lesen. Ein Befund, der die schlechten Ergebnisse des „Pisa-Schocks“ vor 25 Jahren noch in den Schatten stellt. Entsprechend groß war die mediale Aufregung.

Weniger Beachtung fanden die Ergebnisse zur Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Familien im deutschen Schulsystem. In fast keinem der untersuchten Länder war der Zusammenhang zwischen dem Elternhaus und dem schulischen Erfolg von Kindern so groß wie bei uns. Anders gesagt: Kindern aus benachteiligten Familien macht es das deutsche Bildungssystem besonders schwer.

Das ist zwar keine neue Erkenntnis, aber die Ergebnisse waren in dieser Pisa-Studie besonders schlecht. Für uns Grund genug, einen Experten nach den Gründen zu fragen. „Das liegt vor allem daran, dass wir in Deutschland ein Schulsystem haben, das nicht ohne die Mitwirkung der Eltern funktioniert“, sagt Bildungsforscher Matthias Forell im Interview. Wieso man es sich zu einfach macht, wenn man die Eltern beschuldigt, lesen Sie in unserem Oktober-Schwerpunkt „Bildung für alle!“

Seit dieser Woche bekommen Sie die neue Ausgabe bei unseren Verkäufer:innen – wie immer gedruckt oder digital. Möchten Sie uns außerhalb Hamburgs lesen, können Sie das Magazin auch auf unserer Homepage kaufen.

Im Frühjahr hat die Hamburger SPD auf ihrem Parteitag beschlossen, dass in unserer Stadt Fahrgäste, die ohne Fahrschein erwischt werden, nicht mehr angezeigt werden sollen. Das ist jetzt ein halbes Jahr her – doch nach wie vor führt eine Anzeige wegen „Erschleichen von Leistungen“ für Menschen mit wenig Geld oft ins Gefängnis: Ersatzfreiheitsstrafe. Wieso sich in Hamburg bislang nichts ändert, lesen Sie in unserer Meldung.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Artikel aus der Ausgabe:
Ausgabe 404

Bildung für alle!

Wie ein gerechtes Bildungssystem aussehen könnte und wo sich in Hamburg Arme und Wohnungslose bilden. Außerdem: wieso Nachbarn des Winternotprogramms mehr Hilfe für Obdachlose fordern und wo Harburgs Musikszene floriert.

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Autor:in
Benjamin Buchholz
Benjamin Buchholz
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD für das Onlinemagazin.