„Wir sind unzertrennlich – ob tot oder lebendig“

Am liebsten schrieb er Rap-Songs, ab und zu schwänzte er die Schule: Mit großen Schritten ging Kirk durchs Leben, bis er mit 17 ermordet wurde. Hinz&Kunzt hat sich auf Spurensuche begeben

(aus Hinz&Kunzt 184/Juni 2008)

Wenn Kirk geht, dann mit großen Schritten.Die Jeans hängt locker auf halb acht, seine Mutter versteht gar nicht, was daran schön sein soll, aber Kirk liebt Hip-Hop und da gehört sich das so, genau wie das dunkle Käppi, das schräg auf seinem Kopf sitzt und den blauen Augen Schatten spendet, auch wenn der Himmel über Hamburg grau ist. Seine Freunde Marius und Patrick versuchen mit ihm Schritt zu halten, aber ej – das geht nicht, bei einem 17-Jährigen, der den Kopf voller Ideen hat und den Körper voller Kraft. Kirk ist 1,98 Meter groß. Ein Schlaks, der lieber stehen bleibt und auf andere wartet, als die ganze Zeit langsam zu laufen. Auf Klassenausflügen wandern die Schüler oft kilometerlang. Wenn eine der „Minis“, wie Kirk einige Mädchen nennt, nicht mehr kann, nimmt er sie auf seine Schultern und trägt sie.

Ermittler im Galopp

Ein Mord in der Welt des Pferdesports, Geldwäsche und der erste obdachlose Ermittler Deutschlands: Michael Koglin hat einen neuen Hamburg-Krimi geschrieben

(aus Hinz&Kunzt 185/Juli 2008)

Omen hat nichts zu verlieren – er hat keinen Job, keine Familie, keine Pläne. Omen ist obdachlos und der Ermittler im neuesten Hamburg-Krimi. Nach seinem Wohnsitz gefragt, antwortet er trocken: „Karstadt, Mönckebergstraße.“ Das einzig Wertvolle in seinem Besitz ist ein Mantel der Edelmarke „Omen“. Den hat er mal geschenkt bekommen, und der gab ihm seinen Namen: Omen. Nichts weiter. Nicht einmal den Luxus eines Nachnamens leistet er sich.

Lohndumping in Hamburg

Flaschensortierer bekam nicht mal 300 Euro Monatslohn

(aus Hinz&Kunzt 185/Juli 2008)

298,41 Euro Brutto-Monatslohn hat die Firma Hanse Privat Logistic Ltd. dem 44-jährigen Familienvater Recep Günaydin dafür gezahlt, dass er im April 40 Stunden die Woche als Flaschensortierer beim Getränkehändler Göttsche beschäftigt war. Rechnerisch ist das ein Stundenlohn von 1,70 Euro.

Mehr Nähe, mehr Schutz

Hausbesuche statt Fallmanagement: Bremens Jugendämter haben auf den gewaltsamen Tod des kleinen Kevin reagiert. Teil zwei unserer Serie

(aus Hinz&Kunzt 185/Juli 2008)

Bremen, an einem Freitagabend. Christa Beißert hat gerade einen Anruf bekommen und ruft sofort ein Taxi. Die Jugendamtsmitarbeiterin betreut an diesem Wochenende mit ihrem Kollegen Günter Friedrich das Kinder- und Jugendnotdiensttelefon, das die Stadt Bremen vor wenigen Monaten eingerichtet hat: „Seit der kleine Kevin so schrecklich zu Tode gekommen ist, hat sich hier einiges getan. Jetzt gibt es endlich das Nottelefon, über das wir rund um die Uhr erreichbar sind.“

„Hinfallen darf man. Aufstehen muss man!“

Schwergewicht Wladimir Klitschko geht mit Sportjournalist Oliver Wurm über zwölf Runden

(aus Hinz&Kunzt 185/Juli 2008)

„The Champ comes home“ – Der Champion kommt nach Hause, steht auf den Plakaten, die das Box-Highlight des Jahres ankündigen. Der Champ – das ist Wladimir Klitschko. Sein Zuhause: Hamburg. Ein Zuhause, müsste es korrekt heißen. „Hamburg ist meine Wahlheimat“, sagt der 32-Jährige im Gespräch mit Hinz&Kunzt. „Daher war es mein Herzenswunsch, nach acht Jahren wieder einen großen Kampf hier zu veranstalten.“ Am 12. Juli ist es soweit: Klitschko verteidigt seine WM-Titel der Verbände WBO, IBF und IBO gegen den Amerikaner Tony Thompson. Mit Hinz&Kunzt ging Klitschko vorab über zwölf Runden. Genauer: über zwölf Stichworte.

„Nicht lockerlassen!“

Seit 15 Jahren schreibt Hinz&Kunzt-Verkäufer Erich Heeder an Politiker – jetzt macht er ein Buch daraus
(aus Hinz&Kunzt 185/Juli 2008)

Erich Heeder schreibt an Bürgermeister Henning Voscherau. Erich Heeder schreibt an Bürgermeister Ortwin Runde. Erich Heeder schreibt an Bürgermeister Ole von Beust. Briefe an Fraktionsvorsitzende und Bezirks-amtsleiter, an Sozialsenatorinnen und Bundesminister. An Zeitungen, Unternehmen und Verbände. Heeder ist Hinz&Kunzt-Verkäufer. Seine politische Korrespondenz aus 15 Jahren bringt der 55-Jährige demnächst als Buch heraus – 600 Seiten stark.

Fördern ohne Kuscheln

Der Verwaltungsrechtler Till Steffen ist der erste grüne Justizsenator in Hamburg und der jüngste, den die Stadt je hatte

(aus Hinz&Kunzt 186/August 2008)

Dass der neue Justizsenator ein Grüner ist und Till Steffen heißt, war für viele CDU-Politiker offensichtlich schon lange gut vorstellbar. Im Dezember 2006 trafen wir einen engen Mitarbeiter des damaligen Justizsenators Carsten Lüdemann (CDU). Angesprochen darauf, dass der Kusch-Nachfolger zwar viel umgänglicher wirke, aber gerade dabei sei, das deutschlandweit schärfste und fachlich umstrittenste Strafvollzugsgesetz auf den Weg zu bringen, entfuhr es ihm: „Ach, das wird schon nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird, wo doch der nächste Justizsenator Till Steffen heißen könnte …“

Geschärfter Blick für Hamburgs Sorgenkinder

Verwahrloste Kinder liefern Schlagzeilen. Negative. Deshalb musste sich in Hamburgs Jugendämtern einiges ändern. Der dritte Teil unserer Serie

(aus Hinz&Kunzt 186/August 2008)

Stundenlang irren zwei Kleinkinder nur mit Windeln bekleidet durch das Phönixviertel in Harburg. Erst die Polizei holt sie von der Straße, und das Jugendamt … Stop! Halt! So wie einige Hamburger Zeitungen Anfang Juli ausführlich beschrieben, ist es nicht gewesen: „Es war ganz klar kein Fall von Kindesvernachlässigung“, heißt es aus dem Umfeld des Harburger Jugendamtes, das die Familie der Kinder betreut.

Mücke mit Gefühl

Als Veronika Rotfuß beim Hinz&Kunzt-Schreibwettbewerb den 2. Platz erreichte, erkannte der Carlsen Verlag ihr Talent. Jetzt erscheint ihr erster Roman

(aus Hinz&Kunzt 186/August 2008)

Hinz&Kunzt hat Veronika Rotfuß Glück gebracht: Die junge Autorin gewann den zweiten Platz in unserem Schreibwettbewerb 2006. Dadurch wurde auch der Carlsen Verlag auf die 28-Jährige und ihre Protagonistin Mücke aufmerksam.

Schlaflos in Hamburg

Es muss nicht immer ein Kugelschreiber sein: Die Hamburger Agentur Compact Media hat aus ungewöhnlichen Hamburg-Bildern ein Postkartenset für ihre Kunden gestaltet und sie zugunsten von Hinz&Kunzt um eine Spende gebeten

(aus Hinz&Kunzt 186/August 2008)

Am Anfang war die Leidenschaft – für Hamburg, für die Fotografie und die Herausforderungen der Nacht. „Hamburg“ und „Nacht“ hat Thomas Neddermeyer aus Lust und Laune in das Suchfeld einer Fotocommunity im Internet eingegeben und faszinierende Aufnahmen gefunden. „Da muss es doch noch mehr geben“, dachte Neddermeyer. Der Geschäftsführer von Compact Media steckte seine Kollegen mit an und brachte so ein spannendes Projekt in Gang. Für die Eröffnung seiner neuen Geschäftsräume im Juli brauchte das Team sowieso noch einen Hingucker. 22 Hingucker sind es geworden.