Die KiK-Story

Im Mai 2010 hatte NDR-Reporter Christoph Lütgert im NDR, in der ARD und in Hinz&Kunzt mit der „KiK-Story“ erstmals ausführlich gezeigt, wie brutal und rücksichtslos das Unternehmen aus Bönen bei Dortmund für seine Billigst-Produkte die Menschen ausquetscht – in den Herstellerländern wie Bangladesch und Pakistan, aber auch in den 2400 Filialen in Deutschland. Seitdem sind sowohl Christoph Lütgert als auch Hinz&Kunzt drangeblieben und haben immer wieder nachgehakt, wie es um die Versprechen des Konzerns, Arbeitsbedingungen zu verbessern, bestellt ist.

Aktuelle Meldung: Neuer Brand in Textilfabrik. KiK lehnt Verantwortung ab

Bei einem Brand in einer Textilfabrik sind am Samstag, 26. Januar, erneut Menschen ums Leben gekommen. Sieben Arbeiterinnen starben in der brennenden Fabrik Smart Export Garments in Bangladesch. Vor Ort sind laut dem Netzwerk Inkota Labels der Firma KiK gefunden worden. KiK streitet ab, eine Lieferantenbeziehung mit der entsprechenden Fabrik gehabt zu haben oder zu haben. „Auch haben wir keinerlei Hinweise darauf, dass Aufträge von KiK an Smart Export Garments Ltd weitergeleitet wurden. Anderslautende Behauptungen weisen wir deshalb ausdrücklich zurück“, so Sprecher Dr. Michael Arretz.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert – nach eigenen Angaben seit mehreren Monaten – KiK und andere Unternehmen auf, einem von bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen entwickelte Brandschutzabkommen beizutreten. Dazu sagte KiK-Sprecher Arretz, KiK habe „Sondierungsgespräche mit der Kampagne für Saubere Kleidung angeboten. Zudem prüfen wir die Zusammenarbeit mit der ILO (International Labour Organization) und auch mit der BGMEA (Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association) sowie dem Buyer’s Forum – einem Zusammenschluss großer internationaler Handelsunternehmen.“

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Unsere Berichterstattung zum Nachlesen:

Qualität kommt von Quälen: Die KiK-Story Teil 1 (aus Hinz&Kunzt 207/Mai 2010)
Wie der Textildiskounter mit seinen Mitarbeitern in Deutschland und Näherinnen in Bangladesch umgeht.

Die KiK-Story Teil 2: noch schlimmer als der erste Teil (aus Hinz&Kunzt 211/September 2010)
Weil der Textildiscounter mit dreisten Lügen die Berichte des NDR unglaubwürdig machen wollte, fuhr das Team noch einmal durch Deutschland und Bangladesch.

Was KiK verbessert hat. Ob’s reicht? (aus Hinz&Kunzt 219/Mai 2011)
Lohndumping und miese Arbeitsbedingungen in Bangladesch und Deutschland: Die Skandale um KiK rissen nicht mehr ab. Seit Sommer 2010 soll Dr. Michael Arretz das Image des Konzerns aufpolieren.

Hauptsache: billig. Die KiK-Story Teil 3 (aus Hinz&Kunzt 240/Februar 2013)
In Pakistans größter Stadt Karatschi starben 289 Menschen bei einem Brand in einer Textilfabrik. Mitverantwortung am Unglück trägt KiK, das dort seine Jeans nähen ließ.

„Wir können uns nur auf das verlassen, was wir mit eigenen Augen gesehen haben.“
Aktuell nachgefragt: Welche Konsequenzen zieht KiK aus dem katastrophalen Fabrikbrand in Karatschi gezogen?

Brandschutzabkommen (noch) nicht unterzeichnet
Inzwischen hat KiK eine Millionen US-Dollar zur Hilfe bereitgestellt. Gespräche über die Unterzeichnung eines Brandschutzabkommen sind allerdings immer noch nicht abgeschlossen.

Mietrechtsänderung

SPD hat im Wahlkampf getäuscht

Die Mietrechtsnovelle der Bundesregierung ist vom Bundesrat gebilligt worden. Die SPD hatte im Wahlkampf noch versprochen, das Gesetz im Rat verändern zu wollen. Das konnte sie aber gar nicht, weil sie die dafür erforderliche Mehrheit im Bundesrat noch gar nicht hat.

Winternotprogramm

Senator sortiert Obdachlose aus

Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) legt im Umgang mit Obdachlosen eine neue Gangart vor. Weil 13 Osteuropäer in Hamburg arbeiten gehen, aber trotzdem in der Notunterkunft schlafen, spricht er von „Missbrauch“. Hinz&Kunzt sagt: Das ist Populismus!

St. Pauli

Toter unter der Brücke

Ein bislang unbekannter Mann wurde am Dienstag Mittag tot unter einer U-Bahnbrücke auf St. Pauli aufgefunden. Laut Polizei ist der Mann allerdings nicht erfroren. Hinz&Kunzt fordert, neue Notunterkünfte einzurichten und den Obdachlosen zu erlauben, auch tagsüber in den Unterkünften zu bleiben.

Neues Jobcenter-Instrument

1000 Ein-Euro-Jobs weniger

2013 wird die Zahl der Ein-Euro-Jobs in Hamburg weiter abnehmen, es sollen nur noch gut 3000 sein. Dafür will das Jobcenter mit einem anderen Konzept Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit bringen: Der „Förderung von Arbeitsverhältnissen“ (FAV).

Wahlkampf ums Mietrecht

SPD nimmt Vermieter ins Visier

Gerade erst hat die Bundesregierung das Mietrecht reformiert, da wird schon wieder darüber diskutiert: Die SPD macht Mieten zum Thema im Bundestagswahlkampf und debattiert, wie die Mietrechtsänderungen in Hamburg umgesetzt werden sollen. Die wichtigsten Vorschläge im Überblick.

Weihnachtsspende

Schlafsäcke für Obdachlose

Die Bahn und Globetrotter schenken der Hamburger Tafel 2000 Schlafsäcke, die an Obdachlose verteilt werden sollen. Das kann aber keine Lösung für die Vertreibung am Hauptbahnhof sein, sagt der Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter.

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Gedenken an Nazi-Opfer

Ein Platz für Ramazan

27 Jahre nach seinem Tod wurde der Bahnhofsvorplatz vom S-Bahnhof Landwehr nach Ramazan Avci benannt. Der 26-jährige mit türkischen Wurzeln wurde dort am 21. Dezember 1985 von Nazi-Skins angegriffen. Wenige Tage später verstarb er.

1500 neue Plätze

Hindernisse für Unterkünfte

Die Sozialbehörde und Fördern und Wohnen arbeiten mit Hochdruck daran, 1500 neue Plätze für Flüchtlinge und Obdachlose zu schaffen. An der Borsteler Chaussee wurden Container für 48 Menschen aufgestellt, am Offakamp sollen 180 Flüchtlinge einziehen.