Randnotizen vom 6.11.2026
Was ist los mit der Sozialbehörde?

Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer bei ihrer Vereidigung im Rathaus. Foto: Michael Zapf

Sozialarbeiter:innen laufen Sturm gegen die Sozialbehörde, weil sie Integrationszentren schließt und einen Träger in die Insolvenz treibt. Hinz&Kunzt streitet mit der Behörde über Details zu verstorbenen Obdachlosen.

Heute Morgen landete ein offener Brief in meinem Postfach – und der hatte es in sich! Die Mitarbeiter:innen der Hamburger Integrationszentren sind offensichtlich aufgewühlt. Nicht nur, weil ihre Einrichtungen zum Jahresende schließen und viele wohl arbeitslos werden. Auch die von der Sozialbehörde geplante Neuausrichtung der Migrationsberatung und das Behördenvorgehen dabei stoßen ihnen sauer auf.

„Durch die Kurzfristigkeit der Entscheidung der Sozialbehörde und vertragliche Kündigungsfristen für Personal und Räume kommen auf die Träger Kosten in teilweise sechsstelliger Höhe zu, für die die Sozialbehörde keine Lösung hat. Dieses Vorgehen der Behörde gegenüber Trägern und Beschäftigten ist aus unserer Sicht unangemessen und verantwortungslos“, schreiben sie. Den ganzen offenen Brief lesen Sie hier.

In dieser Woche wurde bekannt, dass einer der Träger der Integrationszentren aufgrund des Vorgehens der Sozialbehörde sogar Insolvenz anmelden musste. Dadurch sind nun auch Beratungsstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt oder Zwangsverheiratung und ein Projekt für Geflüchtete, die in Unterkünften sexualisierte Gewalt erleben, bedroht. Die Verantwortung dafür schiebt die Behörde weit von sich – ziemlich kaltschnäuzig, wenn Sie mich fragen. Die Details dazu erfahren Sie in dieser Meldung.

Wir schütteln in letzter Zeit öfter den Kopf über die Sozialbehörde. Die Verschärfung der Regeln im Winternotprogramm war ein Anlass dafür. Ebenfalls wundern wir uns über den Umgang der Behörde mit Daten zu verstorbenen Obdachlosen. Seit dem Frühjahr wird uns die Auskunft zu genaueren Todesumständen verweigert. Das behindert uns in unserer Berichterstattung.

Am Dienstag war Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) im Hamburg Journal und versicherte, dass die Details auch weiterhin vom Institut für Rechtsmedizin herausgegeben würden. Doch meinem Kollegen wurde auch dort jüngst eine Auskunft mit Verweis auf den Datenschutz verweigert.

Da fragen wir uns schon manchmal, was das eigentlich soll.

Artikel aus der Ausgabe:
Ausgabe 405

Ein Leben für den Tierschutz

Wie Malte Zierden Tiere aus der Ukraine rettet und wie die „Tiertafel“ armen Menschen hilft, ihre Tiere behalten zu können. Außerdem: Hamburg schiebt immer mehr Obdachlose ab.

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Autor:in
Benjamin Buchholz
Benjamin Buchholz
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD für das Onlinemagazin.