Armut : 980.000 Menschen sammeln in Deutschland Pfand

Ein Mann sucht nach Pfandflaschen in einem Mülleimer. Foto: Goran Gajanin / Actionpress

Knapp eine Millionen Menschen sammeln in Deutschland aktiv Pfand. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Umfrage der Initiative „Pfand gehört daneben“.

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Abmeldung via Link in der Fußzeile der Mails. Infos zum Datenschutz.

Gerade einmal null bis vier Euro pro Tag verdient die Mehrheit der Menschen, die Pfand sammeln. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 400 aktiven Pfandsammler:innen durch ein Marktforschungsinstitut.Nicht viel angesichts dessen, dass sich fast jede:r dritte Pfandsammler:in in Deutschland ausschließlich durch das Sammeln von weggeworfenen Dosen und Flaschen über Wasser hält.

„Hinter der Bezeichnung Pfandsammler steckte bisher eine anonyme Masse, deshalb haben wir erstmals belastbare Daten darüber erhoben, wie viele Menschen in Deutschland aktiv sammeln, wie viel sie damit verdienen und wie ihre Wahrnehmung in der Bevölkerung ist“, sagt Pascal Fromme von fritz-kola. Mit der Initiative „Pfand gehört daneben“ will der Getränkekonzern erreichen, dass Pfand nicht im Müll landet, sondern recycelt wird. Wer Pfandflaschen neben den Müll stelle, zeige zudem eine kleine Geste der Solidarität den Menschen gegenüber, die mithilfe von Pfandgut ihr tägliches Leben meistern. „Wir wollen damit dazu beitragen, offen Probleme und Lösungen zur Verbesserung der Situation der pfandsammelnden Menschen finden zu können“, sagt Fromme.

Mehr als ein Drittel der befragten Pfandsammler:innen gab laut Befragung an, sich in der Vergangenheit bereits beim Flaschensammeln verletzt zu haben. Wer seine leeren Flaschen neben den Mülleimer stelle, mache die Arbeit für die Pfandsammler:innen nicht nur hygienischer, sondern senke auch ihre Verletzungsgefahr.

Autor:in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

Weitere Artikel zum Thema