Zahlen des Monats

Die Agentur für Arbeit fordert Hilfeempfänger auf, ihre Mieten zu senken. Die Frage: Wie soll das gehen?

(aus Hinz&Kunzt 220/Juni 2011)

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Das Amt will, dass Hilfeempfänger in günstigere Wohnungen ziehen. Wie sie die finden sollen, weiß das Amt auch nicht; Foto: Actionpress

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Arbeitslosengeld-II-Empfänger hat das Jobcenter Hamburg vergangenes Jahr aufgefordert, ihre Mietkosten durch den Umzug in eine preiswertere Wohnung oder eine Untervermietung zu senken. Offenbar wächst der Druck in der Behörde, weniger Geld auszugeben: 2009 waren es noch

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entsprechende Aufforderungen, so das Jobcenter auf Hinz&Kunzt-Nachfrage. Zahlen aus 2011 liegen angeblich noch nicht vor.

In der Regel bekommen Betroffene drei Monate Zeit, sich um eine Absenkung der Mietkosten zu bemühen. Das Amt weiß nicht, wie viele der Hilfeempfänger eine preiswertere Wohnung finden und was aus ihnen wird, wenn ihnen dieses Kunststück nicht gelingt. Es sei auch nicht bekannt, wie viele Betroffene gegen eine entsprechende Aufforderung Widerspruch eingelegt oder geklagt haben und in wie vielen Fällen das Jobcenter die Mietzahlungen abgesenkt hat.

Aus den Statistiken geht allerdings hervor, dass Monat für Monat durchschnittlich

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Arbeitslosengeld-II-Empfänger mit gekürzten Zahlungen für Unterkunft und Heizung zurechtkommen müssen. 2007 waren es im Durchschnitt noch deutlich weniger, nämlich

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Text: Ulrich Jonas

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