Zahl des Monats : Das massenhafte Töten der „Eintagsküken“

(aus Hinz&Kunzt 259/September 2014)

50 Millionen

Küken jährlich werden in Deutschland nicht mal 24 Stunden nach ­ihrer
Geburt getötet, weil sie männlich sind und damit für die ­Legehennen-Industrie nicht von Nutzen. Sie werden vergast, geschreddert, verbrannt oder an andere Tiere verfüttert.

Der Hintergrund: Seit den 1950er-Jahren haben Züchter die Dienste
des Geflügels auf zwei Hühnertypen aufgeteilt. „Masthybride“ erreichen
in nur fünf Wochen ihr Schlachtgewicht. „Legehybride“ produzieren
mehr als 300 Eier pro Jahr. Ihre Brüder dagegen taugen weder
zum Eierlegen, noch werden sie fett genug, um als
Schlachttiere profitabel zu sein. Weil ihre ­Besitzer wirtschaftliche
Gründe anführen, gilt hier eine Ausnahme vom Tiertötungsverbot.

Die „Bruderhahn Initiative Deutschland“ fordert ein sofortiges Ende
des ­Kükenmordens. Das Bündnis aus Bioland- und Demeter-Betrieben geht
mit gutem Beispiel voran: Alle männlichen Küken werden großgezogen, ­Verbraucher, die das unterstützen wollen, zahlen 4 Cent pro Ei mehr.

Nach langem Zögern will nun auch die Politik handeln: Die Agrarminister der Länder kündigten an, das massenhafte Morden schnellstmöglich ­beenden zu wollen.
Nordrhein-Westfalen hat kürzlich als
erstes Bundesland zumindest ein Teilverbot der Kükentötung erlassen.
Da elf von zwölf ­Brütereien in NRW dagegen geklagt haben, ­
kann das Verbot allerdings vorerst nicht wirksam werden.

Text: Ulrich Jonas

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