Winternotprogramm endet : „Wohin dann?“

Am Freitag endet das Winternotprogramm. Fast 1000 Wohnungslose müssen dann aus den Unterkünften der Stadt raus. So wie Anke, die wir mit der Videokamera in ihrem Wohncontainer besucht haben.

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Nach ihrer Nierentransplantation hätte Anke den Winter auf der Straße wahrscheinlich nicht überlebt.

Für Anke war es ein Glücksgriff: Seit November hat sie in einem von 140 Wohncontainern des Winternotprogramms gelebt, die bei Kirchengemeinden, bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und bei der Evangelischen Hochschule für Sozialpädagogik stehen. Im Unterschied zu den anderen Unterkünften des Winternotprogramms müssen die Obdachlosen dort nicht tagsüber raus. Die Container sind deswegen heiß begehrt.

Ihre ersten eigenen vier Wände seit zwei Jahren, sagt Anke. Und die hatte sie bitter nötig: Noch im Herbst hatte sie mit einer Nierenbeckenentzündung auf der Straße gelebt. Bei unserem Besuch im Container schildert sie, wie wichtig der Wohncontainer für ihre Genesung war. Und dafür, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und notwendige Behördengänge zu erledigen: „Im Zelt hätte ich meinen Arsch nicht hochgekriegt“, sagt Anke.

Am Donnerstag endet das Winternotprogramm, dann muss auch Anke wieder aus ihrem Container raus. Ganz hat es mit einer eigenen Wohnung noch nicht geklappt, deswegen wird sie wohl wieder in ihr Zelt einziehen. „Aber im April kann es auch noch kalt werden“, sagt Anke. „Wohin dann?“

Text, Foto & Video: Benjamin Laufer

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