Freunde : „Von der Straße ins Stadion“

Jeder sollte am FC St. Pauli teilhaben, findet der Fanverein Basis St. Pauli. Deshalb dürfen pro Heimspiel immer vier Hinz&Künztler ins Millerntor-Stadion. Die Dauerkarten dafür spenden uns die Pauli-Fans.

(aus Hinz&Kunzt 257/Juli 2014)

16 Freunde sollt ihr sein: Seit neun Jahren haben St.-Pauli-Fans und Hinz&Künztler gemeinsam Spaß am Millerntor. Ein HSV-Fan wurde so schon bekehrt.
16 Freunde sollt ihr sein: Seit neun Jahren haben St.-Pauli-Fans und Hinz&Künztler gemeinsam Spaß am Millerntor. Ein HSV-Fan wurde so schon bekehrt.

Fußball ist Familiensache, zumindest ­­bei den Hammerschmidts: Vater Erik, Mutter Kathleen und die erwachsenen Töchter Marie Sophie und Lisa Mayleen sind FC-St.-Pauli-Fans – seit gut zehn Jahren, und seitdem sind sie auch im Fanverein Basis St. Pauli. „Über die Basis sind wird dann zu Hinz&Kunzt gekommen. Das war ja damals schon Thema“, sagt Kathleen. Mit „das“ meint die 42-Jährige: Saison für Saison sponsern die rund 45 Mitglieder vier Dauerkarten für Hinz&Künztler, zwei für die Nordkurve, zwei für die Gegengerade. 440 Euro für die vier Karten werden pro Saison von den Mitgliedern des Fanvereins gesammelt – und das nun schon seit neun Jahren.

Hinz&Kunzt sagte jetzt dafür „Danke“, mit Bacon, Rührei, Nürnberger Würsten und einer hauseigenen Stadtführung zu Hamburger Nebenschauplätzen. Beim Frühstück in den Hinz&Kunzt-Räumlichkeiten war mal Zeit, ausgiebig zu klönen.

Das mit den Dauerkarten war ursprünglich die Idee von Basismitglied Klaus Schüring, der obendrein St.-Pauli-Stadionsprecher ist. „Ich hab mir irgendwie gedacht, man müsste mal was Soziales tun“, sagt er. Schließlich kam er auf „Von der Straße ins Stadion“. „Die Idee ist, den Hinz&Kunzt-Verkäufern Abwechslung zu bieten, dass sie nicht das Gefühl haben, außen vor zu stehen“, findet Karsten Baust, Präsident des Fanvereins. Der IT-Spezialist ist seit 2000 selbst Dauerkartenbesitzer, inzwischen auf Lebenszeit. Anfang 20 war er, als ihn seine damalige Freundin ins Stadion mitnahm. „Wildfremde Leute haben mich umarmt. Das hat mich fasziniert.“

Beim FC St. Pauli „geht es nicht darum, wer du bist, was du hast. Da geht es ums Fußballgucken“, erklärt Kathleen Hammerschmidt, die als Verkäuferin in einem Tante-Emma-Laden arbeitet. Für die Hinz&Künztler sei es wichtig, mal die Sorgen zu vergessen und ganz banal über Fußball zu reden, meint die Fanfrau aus Tespe, die für jedes Heimspiel mit ihrer Familie nach Hamburg fährt.

Das gefällt. Sven zum Beispiel. Dabei war der Hinz&Künztler mal HSV-Fan. Bis vor neun Jahren. „Dann hat mein Cousin mich mitgenommen zum Millerntor.“ Bessere Leute, bessere Stimmung, wenig Krawalle, sagt der 25-Jährige. Sven ist einer von mittlerweile rund 100 Verkäufern, die sich immer wieder um einen Platz beim 90-Minuten-Spaß im Hinz&Kunzt-Büro bewerben.

Basis St. Pauli und Hinz&Kunzt – das war Treffen Nummer zwei, nicht aber erst die zweite Begegnung. 2010 kooperierten wir auch bei der Deutschen Meisterschaft im Straßenfußball. Organisiert von Hinz&Kunzt und Anstoß e.V., unterstützt von FC-St.-Pauli-Fans, auch der Basis. Trotzdem meint Klaus Schüring: „Es wäre schön, wenn wir das ein Mal im Jahr machen könnten.“

Text: Maike Plaggenborg
Foto: Mauricio Bustamante

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