Versteigerung : Unter den Hammer

Sie suchen noch ein uriges Weihnachtsgeschenk? Ein Möbel- oder Schmuckstück, Porzellan, ein Kunstwerk? Dann schauen Sie doch mal bei der Auktionsplattform Lauritz.com vorbei – dort werden dutzende Artikel zu Gunsten von Hinz&Kunzt versteigert.

(aus Hinz&Kunzt 273/November 2015)

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Ein Leben ohne Kunst ist für WOLFRAM SCHNELLE möglich, aber sinnlos.

Ein Büro wie Wolfram Schnelle hat nicht jeder: Der Raum des Hamburger Lauritz.com-Geschäftsführers ist 1500 Quadratmeter groß und sieht aus wie eine Mischung aus Museum und Flohmarkt. In dem Backsteingebäude an der Großen Elbstraße sind Dutzende von Designer-Möbeln zu bestaunen, aber auch Gemälde und Sammlerstücke wie Bernsteinschnitzereien, Damenhandtaschen und Porzellan. Die wilde Mischung gefällt dem 37-Jährigen: Gut gelaunt posiert Schnelle für die Fotos und erklärt, wie die Spenden-Auktion für Hinz&Kunzt funktioniert.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer sich von einem gut erhaltenen Teppich oder Omas Silberkanne trennen möchte, macht ein Foto von dem guten Stück und schickt es per Mail an Lauritz.com. Die Experten antworten daraufhin mit einem ersten Schätzpreis. Dieser muss bei mindestens 100 Euro liegen. Dann bringt der Kunde den Gegenstand vorbei und es erfolgt eine Begutachtung vor Ort. „Nur aufgrund eines Fotos kann man nicht erkennen, ob etwas echt ist“, so Schnelle. Und dafür garantiert das Unternehmen: „Bei uns weiß der Käufer, dass ein Eames Chair auch wirklich ein Eames Chair ist“, versichert der Kunstfachmann. Kommen die Fachleute bei der Taxierung zu dem Schluss, dass der Gegenstand keine Fälschung ist, wird er fotografiert und online gestellt.

Mit dem Prinzip der Online-Auktionen ist das dänische Unternehmen seit 1999 erfolgreich. „Durch das Internet erreichen wir viele Menschen und nehmen den Auktionen das Elitäre“, sagt er. 1,2 Millionen registrierte Kunden kann Lauritz.com vorweisen. Das Online- Unternehmen verdient an der Zuschlagsgebühr und der Provision.

Auch die Hinz&Kunzt-Auktion funktioniert nach diesem Prinzip. Aber Lauritz.com verzichtet dabei auf alle Gebühren, damit die Erlöse ganz und gar Hinz&Kunzt zugute kommen. Wolfram Schnelle freut sich darüber, denn er schätzt die Arbeit von Straßenmagazinen. Er lebte lange Jahre in London und kennt daher auch das Magazin Big Issue. Außerdem gehören Charity-Versteigerungen zum Prinzip des Unternehmens. In Hamburg unterstützt Lauritz.com auf diese Weise zum Beispiel regelmäßig die „altonale“.

Schnelle kennt den Markt gut. Er hat Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte studiert und einige Jahre eine Galerie in London geführt. 2010 ist er dort ausgestiegen. Die Wirtschaftskrise schmälerte die Umsätze dramatisch. Und außerdem brauchte der Kunstliebhaber einen sicheren Job, denn er wurde Vater. Schnelle kam mit seiner Familie nach Deutschland zurück und arbeitete zunächst in einer anderen Branche. Als im Mai 2015 die Stelle bei Lauritz.com frei wurde, griff er zu. „Ich bin froh, wieder in dem Bereich zu arbeiten, für den ich brenne.“

Denn ein Leben ohne Kunst kann sich Wolfram Schnelle nicht vorstellen. Jedes Wochenende ist er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Museum. „Natürlich nicht mehr vier Stunden, so wie früher. Aber ich gehe dort hin wie andere vielleicht in die Kirche: Kunstwerke liefern Fragen, Antworten und Inspiration.“

Sie möchten mitbieten? Hier entlang.

Text: Sybille Arendt
Foto: Dmitrij Leltschuk

 

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