Tag der Wohnungslosen : „Die Stadt kann die Wohnungslosigkeit beseitigen“

Im Kampf gegen Wohnungslosigkeit fordert die Diakonie mehr Engagement vom Senat. Die Halbierung der Wohnungslosigkeit in den kommenden fünf Jahren sei möglich. Dafür müssten allerdings die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Brauchen dringend Hilfe: Obdachlose in Hamburg, die Platte machen müssen.
Brauchen dringend Hilfe: Obdachlose in Hamburg, die Platte machen müssen.

Zum bundesweiten Tag der Wohnungslosen am 11. September fordert das Diakonische Werk Hamburg vom Senat Pläne zur Halbierung der Wohnungsnot in den nächsten fünf Jahren. „Die beeindruckenden Reaktionen von Stadt und Bevölkerung in Hamburg auf die große Zahl der Flüchtlinge zeigen, wieviel durch großes Engagement bewegt werden kann, wenn einmal eine Herausforderung angenommen wird“, sagt Landespastor Dirk Ahrens. „Daraus sollte Hamburg für die Verbesserung der Politik gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit lernen. Der Kampf gegen Wohnungslosigkeit muss in Hamburg Chefsache werden.“  Nach Angaben der Diakonie entzieht sich die Wohnungswirtschaft ihrer sozialen Verantwortung. Denn viel zu wenige Wohnungen werden an Wohnungslose vermietet.

In Hamburg sind insgesamt 9000 Menschen wohnungslos. Darüber hinaus leben nach Schätzungen der Diakonie 2000 Menschen auf der Straße.  „Die Stadt kann die Wohnungslosigkeit beseitigen“, sagt Landespastor Dirk Ahrens. „Die Vorschläge liegen seit langem auf dem Tisch und die notwendige Kraftanstrengung ist überschaubar im Vergleich mit dem, was wir im Bereich der Flüchtlingsaufnahme stemmen.“ So fordert die Diakonie, dass den bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle ein festes Kontingent an Unterbringungsplätzen bereit gestellt wird. Konkret bedeutet dies: Jede zweite Neuvermietung der Saga GWG soll an vordringlich Wohnungssuchende erfolgen. Darüber hinaus sollte die Stadt darauf hinwirken, dass Sicherheitskräfte die Obdachlosen nicht mehr von ihren „Platten“ vertreiben.

Text: JOF
Foto: Mauricio Bustamante

3 Kommentare zu “„Die Stadt kann die Wohnungslosigkeit beseitigen“

  1. Könnte sie schon lange, wenn die CDU nicht politisch geschlafen hätte. Aber die SPD war da vor auch nicht besser.
    Ich habe heute Schalthoff gesehen, als er Staphan Karrenbauer interviewt hat !! Nicht nur er redet so, ich rede schon länger so, das dies so nicht mehr geht !! Diese Ungleichbehandlung geht mir schon länger auf den Senkel, aber die Politik tut nichts, und das 21 Jahre lang !! Die Wohnungslosen (Obdachlosen) werden nicht weniger, sondern sie werden vielleicht so gar mehr !! Denn ich kann mir es nicht vorstellen, das alle Flüchtlinge in ihren Unterkünften klar kommen !! Denn die sind sich ja auch fremd !! Aber hier kan man reden und denken was man will, den Herrn Scheele, unser Sozialsenator tut ja alles so leid, das die Obdach- so wie Wohnungslosen auf der Strecke bleiben !! So eine Aussage macht riesige Hoffnung, für die nächsten Jahre !! Ein Sozialsenator der sich nicht mit den Wohnungslosen, so wie Obdachlosen unterhält, der weiß auch nicht wie er politisch zu handeln hat !! Auch ich gebe nie die Hoffnung auf, aber da zu muß man in den Dialog treten !! Ich sitze schon seit langem auf heiße Kohlen, denn es ist noch nichts durch gesickert, wer Sozialsenator-in wird ?? Wenn ich sie/ihn treffe, will ich immer noch den Dialog, den wir noch nicht bekommen haben, von Herrn Scheele !!

    In diesem Sinn, Erich Heeder – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    viele Obdachlose wollen keine Wohnung haben. Es ist ein Zeichen von vollkommen fehlender Empathie bei vielen „Helfern“, dass sie sich einfach nicht vorstellen können, dass es sehr viele Menschen gibt, zu deren unbedingten Lebensentwurf es gehört, sich keinesfalls zu binden. Ein Mietvertrag wäre eine Form von Bindung. Diese Menschen brauchen Freiheit (freies Campieren in Parks und auf Freiflächen). damit wäre denen geholfen.

    Das kann gern als Leserbrief veröffentlicht werden.

    Freundliche Grüße

    Uwe Bartsch

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