Studie der Vereinten Nationen : Soziale Spaltung bleibt bestehen

Ein Kluft zwischen arm und reich wird größer. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Vereinten Nationen. Demnach stieg die Einkommensungleichheit in den Entwicklungsländern zwischen 1990 und 2010 um 11 Prozent.

UMfairTEILEN-Protest f¸r soziale Gerechtigkeit in Berlin
Bei der Aktion „umfairteilen“ protestierten in Berlin im Herbst 2013 Hunderte für mehr soziale Gerechtigkeit.

Auch wenn es vielen Menschen immer besser geht, bleiben viele von der Armut bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle  Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen. Dies ist vor allem auf die Verbesserungen im Gesundheitswesen zurückzuführen. So stieg beispielsweise die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit statistisch zwischen 2010 und 2013 von 70,3 Jahren auf 70,8 Jahre. Die Lebenswartung in Deutschland liegt bei 80,7 Jahren, in Ghana hingegen, wo viele der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge herkommen, bei 61,1 Jahren.

Der Index fasst aktuelle Daten für Gesundheit, Bildung und Einkommen zusammen. Auch wenn weltweit Fortschritte zu beobachten sind und die Armut zurück geht, sind die Entwicklungen regional äußerst ungleich. So gehören fast 800 Millionen Menschen zu der Gruppe, die wieder in Armut geraten könnten, wenn der wirtschaftliche Wachstum durch Finanzkrisen, Schwankungen der Nahrungsmittelpreise, Naturkatastrophen oder auch Kriege gefährdet wird. Vermehrt zählen die arabischen Länder dazu.

Währenddessen bleibt das Ranking an beiden Enden des HDI unverändert. Norwegen, Australien, die Schweiz, die Niederlanden, USA und Deutschland besetzen die Spitze, während Sierra Leone, Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo und Niger das andere Ende der Skala bilden. 1,2 Milliarden Menschen leben von weniger als einem Euro pro Tag. Insgesamt sind nach Schätzungen des UNDP-Index fast 1,5 Milliarden Menschen in 91 Entwicklungsländern arm. Hinzu kommen Probleme mit mangelnder Gesundheit und Bildung.

Der HDI kommt daher zu dem Schluss, dass die Sozialsysteme gestärkt und die Anstrengungen zur Vollbeschäftigung verstärkt werden müssen. Und ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre die Ausbildung von Frauen, insbesondere Müttern.

Text: JOF
Foto: Actionpress / Tobias Seeliger

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