Veranstaltungsreihe : Eingeschränkte Sozialberatung

Hamburg hat im April die Arbeit der unabhängigen Sozialberatung für Erwerbslose eingeschränkt. Künftig dürfen die Stellen nicht mehr bei Konflikten mit dem Jobcenter zur Seite stehen. Was diese und anderen Maßnahmen für die Beratungsarbeit bedeuten, diskutieren am 20. Mai Politiker, Experten und Berater.

HGS
Seit 2010 gibt es die Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit zwischen Diakonischem Werk, Kirche sowie Hinz&Kunzt.

Was wird aus der unabhängigen Sozialberatung für Erwerbslose? Dieser Frage geht im Mai die Veranstaltungsreihe „Hamburg gerechte Stadt“ des Diakonischen Werks nach. Denn der Senat hat entschieden, die Arbeit der unabhängigen und zugleich parteilichen Beratung für Erwerbslose umzubauen. Künftig müssen sich Erwerblose nach einer Erstberatung für weitere Termine erst eine Genehmigung beim Jobcenter abholen. Wolfgang Völker vom Diakonischen Werk Hamburg kritisiert, dass durch diese Maßnahme die Vertraulichkeit der Beratung gefährdet sei. „Zudem dürfen bei Konflikten mit dem Jobcenter die unabhängigen Einrichtungen keine Beratung mehr leisten“, so Völker.

Für Ksenija Bekeris, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, ist das kein Widerspruch. Schließlich würde die psychosoziale Beratung weiterhin in den unabhängige Stellen stattfinden. „Allerdings bestehen zwischen den Beratungsstellen und dem Team Arbeit Hamburg Parallelstrukturen“, sagt Bekeris. So hätten die Beratungsstellen Hilfsleistungen übernommen, die originär Aufgaben des Jobcenters seien. „Meine Stoßrichtung ist daher eine andere. Mir geht es viel mehr darum, die Beratung zu stärken“, so Bekeris.

Dass auch beim Jobcenter Handlungsbedarf bestünde, räumt Bekeris allerdings ein. „Wir müssen kritisch auf die bisherigen Angebote schauen und sicherstellen, dass das Team Arbeit Hamburg auch seine Aufgaben wahrnimmt“, so Bekeris. Am kommenden Dienstag stellt sich die sozialpolitische Sprecherin der Diskussion mit wissenschaftlichen Experten und Mitarbeitern der Beratungsstellen.

Text: JOF

Es diskutieren:
Ksenija Bekeris, Sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion
Prof. Harald Ansen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Beirat von Hinz&Kunzt
Ariadne Sondermann, Universität Bremen
Renate Schumak, Psychologin und Beraterin bei der Solidarischen Psychosozialen Hilfe Hamburg
Petra Lotzkat, Leiterin Amt für Arbeit und Integration, BASFI Hamburg
Moderation Burkhard Plemper

Di, 20.5.2014, 18.30 Uhr, Haus kirchlicher Dienste, Danziger Str. 64, Eintritt frei.

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