Winternotprogramm : Sozialbehörde sucht nach Unterkünften

Zwei Monate vor Beginn des Winternotprogramms fehlen mehr als 500 Schlafplätze für Obdachlose. Zwei ehemaligen Notunterkünfte für Obdachlose beherbergen jetzt Flüchtlinge. Deswegen muss die Stadt schleunigst Ersatz beschaffen.

WNP_PM_April
In Hammerburg dienen die Container am Grünen Deich erneut Obdachlosen als Notunterkunft.

Noch immer steht nicht fest, wie die Stadt Obdachlosen vor der Kälte im kommenden Winter schützen kann. Für das Winternotprogramm sind erst 360 Schlafplätze für Obdachlose bekannt. Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage der CDU hervor. Demnach soll das Containerdorf mit 250 Plätzen am Grünen Deich, in dem im Sommer Flüchtlinge untergebracht waren, ab November wieder für Obdachlose zur Verfügung stehen. Weitere 110 Übernachtungsplätze würden Kirchengemeinden und die Hochschule für Angewandte Wissenschaft bereitstellen.

Benötigt werden allerdings weit mehr Schlafplätze. Das zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre. Mehr als 900 Menschen fanden in diesem Jahr zum Ende des Winternotprogramms Zuflucht in den Unterkünften und Wohncontainern. Damals konnte die Stadt allerdings zwei ehemalige Schulgebäude im Hamburger Osten nutzen. Diese dienen inzwischen allerdings als Flüchtlingsunterkünfte. Und die ehemalige Notunterkunft in der Spaldingstraße steht zwar seit Jahren leer, ist aber offenbar so baufällig, dass sie abgerissen werden muss.

Zusätzliche finanzielle Mittel für neue Notunterkünfte wurden bereits bewilligt. Insgesamt gibt die Stadt weitere 570 Millionen für die Unterbringung von Flüchtlingen und Wohnungslosen aus. In dem jetzt gefällten Beschluss heißt es: „Nach den Erfahrungen des letzten Winternotprogramms ist für das Winternotprogramm 2015/2016 von einer hohen Auslastung der wiederum 862 vorgesehenen Plätze auszugehen.“ Jetzt hält die Sozialbehörde Ausschau nach geeigneten Unterkünften. Die Zeit drängt.

Text: Jonas Füllner
Foto: Jonas Walzberg .

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.