Schüler-Studie : Kaltmieten 50 Prozent höher als 2006

Die Neuvertragsmieten sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Im vergangenen Jahr zogen die Neuvermietungspreise zwar „nur“ um 1,8 Prozent an, im Vergleich mit 2006 aber um satte 50 Prozent. Sogar Viertel wie Fuhlsbüttel und Steilshoop sind betroffen. 

Anzeige

12,68 Euro netto kalt pro Quadratmeter – so viel kostete eine neu vermietete Wohnung in Hamburg im vergangenen Jahr durchschnittlich. Das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Wohnungsmarkt-Studie von Schülern des Gymnasiums Ohmoor.

Die Schüler haben für ihre Untersuchung rund 6000 Annoncen auf Immobilienportalen ausgewertet. Demnach stiegen die Durchschnittsmieten bei Neuvermietungen in einigen Stadtteilen besonders stark an.

Sogar Steilshoop und Fuhlsbüttel teurer

Die Preissteigerungen betreffen demnach traditionell teure Stadtteile wie die Hafencity (plus 19,4 Prozent), Hohenfelde (plus 12,5 Prozent) und Blankenese (plus 9,9 Prozent) – aber nicht nur: So wurden für Wohnungen im traditionell günstigeren Staddteil Fuhlsbüttel im vergangenen Jahr 22,2 Prozent höhere Mieten verlangt als noch im Vorjahr. Gleiches gilt sogar für Steilshoop (plus 16,4 Prozent).

Haben wieder fleißig recherciert: Schüler des Geographiekurses des Gymnasiums Ohmoor. Foto: Gymnasium Ohmoor.

Deutlich günstiger sind die Mietpreise hingegen am Stadtrand: In Farmsen, Rahlstedt oder Schnelsen kostet der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei Neuvermietungen unter 11 Euro. Wer unter 10 Euro pro Qudratmeter bleiben will, muss in Lohbrügge, Wilstorf und auf der Veddel suchen.

Kritik vom Mieterverein

„Dramatisch“ sei diese Entwicklung, sagt Hartmut Chychla vom Mieterverein zu Hamburg. Er verweist darauf, dass die Nettokaltmieten sich innerhalb von zehn Jahren um 50 Prozent erhöht haben: von 8,61 Euro im Jahr 2006 auf 12,60 Euro heute. Damit seien die Mieten drei Mal so schnell gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten so der Mietervereinsvorsitzende.

Mietpreisbremse wird nicht ernst genommen– Hartmut Chychla, Mieterverein

Obwohl die Neuvertragsmiete seit dem 1. Juli 2015 in Hamburg höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf, zeige die Schüler-Studie, dass die aktuelle Neuvertragsmiete mit 12,68 Euro pro Quadratmeter fast 60 Prozent über dem Durchschnittswert von 8,02 Euro des Hamburger Mietenspiegels 2015 liegt. Diese Zahlen zeigten, dass die Mietpreisbremse nicht ernst genommen wird: Chychla: „Die politisch Verantwortlichen müssen endlich dafür Sorge tragen, dass die Mietpreisbremse nachgebessert und sanktioniert wird.“

 

Über den Autor
Simone Deckner
Simone Deckner ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Soziales. Seit 2011 arbeitet sie bei Hinz&Kunzt: sowohl online als auch fürs Heft.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.