Rufus und Jonathan Beck : Vater und Sohn spielen Vater und Sohn

Rufus Beck stand mit seinem Sohn Jonathan schon vor der Kamera, als der gerade ein Jahr alt war – daran kann sich der 23-Jährige naturgemäß nicht so recht erinnern. Auf der Theaterbühne der Hamburger Kammerspiele gibt es nun eine Neuauflage des ­Vater-Sohn-Gespanns.

(aus Hinz&Kunzt 259/September 2014)

„Willst du nicht lieber was Vernünftiges machen?“, hat Rufus Beck vor ein paar Jahren seinen Sohn Jonathan gefragt. Doch das wollte er nicht, und so ist aus dem heute 23-Jährigen ein Schauspieler geworden – ganz der Vater. „Ich konnte mir nie etwas anderes vorstellen.“

Dass Vater und Sohn nun gemeinsam auf der Bühne der Kammerspiele stehen, findet Jonathan ziemlich gut. „Das ist großartig! Weil man nach so langer Zeit alle Ticks und Marotten des anderen kennt. Wir wissen einfach, wie wir miteinander können.“

In „Zorn“ („Fury“) spielt er den ­Jugendlichen Joe, der mit Sprühdosen ein islamfeindliches Statement an einer Moschee hinterlässt. Ein Schock für seine Eltern, den Romanautor Patrick (Rufus Beck) und die Neurowissenschaftlerin Alice (Jacqueline Macaulay). „Es geht in dem Stück darum, dass ein Kind offen aus dem Ruder läuft, und es ist nicht klar, warum. Die Eltern glauben, sie haben alles richtig gemacht“, erklärt Rufus Beck.

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Das Gefühl, dass etwas schiefläuft zwischen Eltern und Kindern, kennt er selbst: „Jeder, der Kinder hat, fragt sich: ‚Mein Gott, wissen wir immer so genau, was die tun?‘“ Für eine gute Erziehung müsse man sich nur in seine eigene Kindheit versetzen und sich fragen: „Was hat mich als Kind gekränkt, was hätte ich mir gewünscht?“ Gelingt einem das, dann, so ist sich Rufus Beck sicher, wird man weniger Fehler machen.

Nicht zum ersten Mal spielen Rufus und Jonathan Beck Vater und Sohn. In dem Film „Wenn du mich fragst, Papa“ war Jonathan erst ein Jahr alt. Damals sei für die Rolle ein Mann mit Kind gebraucht worden, erzählt Rufus Beck: „Da hab ich ihn einfach mitgenommen.“ Das hat er oft gemacht, „so wie Zirkuskinder auch immer dabei sind“. Naturgemäß kann Jonathan sich nicht daran erinnern. „Da bin ich wohl nur Requisite gewesen.“ … Lesen Sie weiter in der Hinz&Kunzt-Septemberausgabe

Text: Maike Plaggenborg
Foto: Daniel Cramer

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