Unterschenkel gebrochen : Rettungswagen überfährt Obdachlosen

Er suchte Schutz unter einem Baugerüst und wurde schwer verletzt: Ein Rettungswagen hat am Donnerstag einen Obdachlosen überfahren, der sich vor das Rolltor der Feuerwache in der Innenstadt gelegt hatte. 

feuerwache_bela
Die Rettungswache in der Admiralsstraße

Am Freitagmorgen erinnern nur noch die Markierungen der Spurensicherung auf dem Gehweg vor der Feuerwache in der Admiralsstraße an den tragischen Unfall. Vier gelbe Striche zeigen an, wo am Vorabend der Rettungswagen zum Stehen kam, nachdem er den 47-jährigen Obdachlosen überfahren hatte. Zu dem Unglück kam es, als die Rettungskräfte gegen 22.15 Uhr zu einem Notfalleinsatz am Millerntor aufbrechen wollten.

Den Obdachlosen hatten sie offenbar übersehen. „Der Mann wurde vom RTW im unteren Beinbereich überrollt“, schildert es ein Feuerwehrsprecher trocken. Die Rettungskräfte hätten ihn dann umgehend versorgt und einen Notarzt hinzugezogen. Der stellte fest, dass der rechte Unterschenkel und das linke Sprunggelenk gebrochen waren. Mit einem weiteren Rettungswagen wurde der Mann nach St. Georg in ein Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Polizei hatte der Obdachlose sich direkt vor das Rolltor der Feuerwache gelegt. Mit dem Kopf hatte er bei etwa 3° C Lufttemperatur offenbar Schutz unter einem Baugerüst gesucht, das um die Einfahrt herum aufgebaut ist. „Seine Beine reichten noch in den Einfahrtsbereich herein“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei ermittele nun gegen den Fahrer des Rettungswagens. Als Vorwurf steht fahrlässige Körperverletzung im Raum.

feuerwache_unfallort_bela
Gerade so mit dem Kopf kann der Obdachlose unter das Gerüst gepasst haben. Für die Beine war kein Platz.

Text und Fotos: Benjamin Laufer

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.