Praxisklinik Mümmelmannsberg : Rettung in Sicht

Monatelang haben sich die Mümmelmannsberger gegen die Teilschließung der Praxisklinik in ihrem Stadtteil gewehrt. Jetzt atmen sie auf: Ein neuer Träger übernimmt Bettenstation und OP – und will die medizinische Versorgung sogar ausbauen.

In Mümmelmannsberg fürchteten die Bewohner um ihre medizinische Versorgung, weil die Bettenstation der Praxisklinik geschlossen werden sollte. Diese Pläne sind jetzt vom Tisch.
In Mümmelmannsberg fürchteten die Bewohner um ihre medizinische Versorgung, weil die Bettenstation der Praxisklinik geschlossen werden sollte. Diese Pläne sind jetzt vom Tisch.

Die Teilschließung der Praxisklinik Mümmelmannsberg ist vom Tisch. Zum 1. Juli 2014 sollen der Operationsbereich und eine Station mit 15 Betten von der „SKH Stadtteilklinik Hamburg GmbH“ (SKH),  übernommen werden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Dienstag vom jetzigen Betreiber, der Klinikgruppe Guth, und der SKH unterzeichnet. Die SKH Stadtteilklinik ist eine Tochter der Zytoservice GmbH, ein Arzneimittelhersteller mit Sitz in Hamburg. Die Klinkgruppe Dr. Guth wollte die Bereiche schließen, weil sie nicht wirtschaftlich zu betreiben seien.

Nachdem die Pläne zur Schließung vergangenen Herbst bekannt geworden waren, hatten Bewohner Mümmelmannsbergs und an der Klinik tätige Ärzte massiv dagegen protestiert. Sie sahen die medizinische Versorgung des Stadtteils gefährdet. Es gab vor allem Befürchtungen, dass ansässige Ärzte den Stadtteil verlassen könnten. „Wir sind erleichtert, dass die Praxisklink erst mal gerettet ist“, sagte Birgit Sokolowski, Vorsitzende des im Stadtteil engagierten Vereins Aktiv Wohnen. „Der Stadtteil braucht die Versorgung durch die Klinik, wie sie jetzt ist.“

Die Zytoservice GmbH bestätigte am Donnerstag die Übernahme „mit dem Ziel, die medizinische Versorgung im Stadtteil Mümmelmannsberg zu optimieren“. Zunächst wolle man die Praxisklinik weiterführen wie bisher. Für den Betrieb der 15 Betten, die Teil der Hamburgischen Krankenhausplanung sind, fehlt noch die Zustimmung der Gesundheitsbehörde. Ein entsprechender Antrag der SKH sei in Bearbeitung, so Behördensprecher Roland Ahrendt.

Projektmanagerin Tatjana Kramer von der SKH sagte gegenüber Hinz&Kunzt: „Natürlich wollen wir auch Geld verdienen, aber wir wollen dem Stadtteil auch die medizinische Versorgung erhalten.“ Und noch mehr: Es gebe Pläne, die Klinik zu modernisieren und den Standort für weitere Ärzte attraktiver zu gestalten. „Wir sehen das Potenzial.“

Text: Beatrice Blank
Fotos: www.bildarchiv-hamburg.de, Martin Schemm/pixelio.de

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