Corona-Pandemie : Papst Franziskus erklärt Straßenzeitungen Solidarität

Papst Franziskus hat schon oft an das Schicksal von Obdachlosen erinnert. Archivbild: Frank Dries, Straatnieuws/INSP

Die Corona-Pandemie hat viele Straßenzeitungen in große Probleme gebracht. Für Papst Franziskus Grund genug, den Mitarbeiter*innen und Verkäufer*innen der mehr als 100 Projekte seine Solidarität auszusprechen.

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Abmeldung via Link in der Fußzeile der Mails. Infos zum Datenschutz.

In seiner täglichen Botschaft hat sich Papst Franziskus am Montag an Mitarbeiter*innen und Verkäufer*innen von Straßenzeitungen in aller Welt gewandt. „Die Verwundbarsten, die Unsichtbaren, und jene ohne Wohnsitz laufen Gefahr, den höchsten Preis zu zahlen“, sagte Franziskus im Hinblick auf die weltweite Corona-Pandemie. „Ich möchte daher die Welt der Straßenzeitungen würdigen, und insbesondere die Verkäuferinnen und Verkäufer, die größtenteils obdachlos, schrecklich marginalisiert und arbeitslos sind.“

Ausführlich sagte Franziskus weiter:

„Ich denke an die schöne Erfahrung des Caritas-Projekts Scarp de tenis in Italien, das mehr als 130 Menschen in Schwierigkeiten ein Einkommen und damit Zugang zu Grundrechten ermöglicht. Und nicht nur das. Ich denke auch an die Erfahrungen von weltweit über 100 Straßenzeitungen, die in 35 Ländern und in 25 Sprachen veröffentlicht werden und 20.500 Obdachlosen auf der Welt eine Beschäftigung und ein Einkommen bieten. Seit vielen Wochen werden nun keine Zeitungen verkauft und die Verkäuferinnen und Verkäufer können nicht arbeiten. Deshalb möchte ich den Journalistinnen und Journalisten, den Freiwilligen und all jenen Menschen, die dank dieser Projekte leben und dieser Tage mithilfe vieler innovativer Ideen alles tun, was sie vermögen, meine Solidarität zum Ausdruck bringen. Die Pandemie erschwert eure Arbeit, aber ich bin mir sicher, dass das großartige Netzwerk der Straßenzeitungen stärker als je zuvor sein wird, wenn es zurückkehrt. Richten wir heutzutage unseren Blick auf die Ärmsten, können wir erkennen, wie viel tatsächlich mit uns passiert und in welcher Lage wir uns wirklich befinden. Meine Botschaft der Ermutigung und der brüderlichen Freundschaft ergeht an euch alle. Vielen Dank für eure Arbeit, für die Informationen, die ihr bereitstellt, und für die Hoffnungsgeschichten, die ihr erzählt.“

Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Lisa Luginbuhl / INSP

Autor*in
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.