Drogenhilfe : Neue Räume für die „Palette“

Geschäftsführerin Anke Mohnert vor den neuen Räumen der "Palette" im Schanzenviertel. Foto: BELA

Aus dem Schanzenhof musste die Drogenberatungsstelle Palette wegen Mieterhöhungen ausziehen, doch wenige hundert Meter weiter hat sie inzwischen eine neue Bleibe gefunden. Ein Glücksfall.

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Anke Mohnhert steht die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Ich bin richtig froh, dass wir umgezogen sind“, sagt die Geschäftsführerin des Vereins Palette, der im Schanzenviertel eine psychosoziale Beratungsstelle für Drogenkranke betreibt. Am Mittwoch hat sie die neuen Räume in der Amandastraße offiziell eingeweiht. Mit rund 50 Gästen, Schnittchen und Livemusik.

Vor einem Jahr war von Entspannung bei Palette keine Spur. Die Einrichtung befand sich mittendrin in den Auseinandersetzungen um die Gentrifizierung der Schanze. Sie gehörte zu den Mietern, die vom neuen Eigentümer aus dem Schanzenhof in der Bartelsstraße herausgedrängt wurden. „In den Verhandlungen über einen neuen Mietvertrag kristallisierte sich heraus, dass er 14,50 Euro kalt pro Quadratmeter haben wollte“, sagt Mohnert und schlussfolgert: „Der Eigentümer wollte uns raus haben.“

Neue Nachbarn sind der Palette wohlgesonnen

Also brauchte die Palette eine neue Bleibe. „Für eine soziale Einrichtung ist das hier im Viertel gar nicht so einfach“, sagt Mohnert. Die Sozialarbeiter hatten sich auf eine langwierige Suche eingestellt. Doch dann klingelte das Telefon, ein Vermieter bot der Palette seine frei werdenden Räume in der Amandastraße an. „Wir hatten unglaubliches Glück.“ Auch anfängliche Sorgen, die neuen Nachbarn könnten auf die Einrichtung nicht gut zu sprechen sein, zerschlugen sich schnell, erzählt Mohnert: „Man kennt sich hier im Viertel und stellt sich kein Bein.“

Seit April nutzt die Palette bereits die neuen Räume, die erst einmal renoviert werden mussten. Dafür gab es finanzielle Unterstützung aus der Gesundheitsbehörde. „Das wäre ohne diese Gelder gar nicht möglich gewesen“, sagt Mohnert. Die neuen Räume sind zwar etwas kleiner als die alten im Schanzenhof, dafür moderner eingerichtet.

Das kommt auch bei den Klienten der Beratungsstelle gut an. Nach anfänglichem Zweifel ist auch Hans-Peter inzwischen überzeugt. Die neue Palette beschreibt er als einen „niedrigschwelligen Garten Eden zur Erhaltung der Menschenwürde“ und – in Anspielung auf den gegenüberliegenden Lindenpark – „ein hanseatisches Suchthaus mit proletarischer Schrebergartenidylle.“ Vor den Gästen der Einweihungsfeier sagt Hans-Peter ins Mikrofon: „Ein dickes Dankeschön an alle Beteiligten, die dieses Projekt gestaltet haben.“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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