Protestaktion : Mit Scheinbesetzungen gegen Leerstand

Um gegen den grassierenden Leerstand in Hamburg zu protestieren, haben Aktivisten an zahlreichen Häusern Transparente angebracht. Darin sollen Flüchtlinge oder Wohnungslose untergebracht werden, fordern sie. 

hk-besetzung
Häuser statt Zelte: Die Aktivisten fordern menschenwürdige Unterkünfte für Flüchtlinge.

„Wir fragen uns: Wo ist da die Logik!?“ Das schreiben Aktivisten aus dem Kollektiven Zentrum im Münzviertel in ihrer Erklärung zu ihrer Aktion gegen städtischen Leerstand in der vergangenen Woche. „Während hier in Hamburg überall Häuser leer stehen, schlafen Wohnungslose auf der Straße, in Parks oder in prekären Massenunterkünften.“ Die Kritik der Aktivisten: Trotz einer Gesetzesänderung, die den Behörden die Beschlagnahme von Leerstand erlaubt, um darin Flüchtlinge unterzubringen, stehen weiter viele Gebäude in Hamburg leer.

Ein nicht hinnehmbarer Zustand, fanden die Aktivisten und entschieden sich zu „Scheinbesetzungen“: An neun leerstehenden Gebäuden in der Stadt hängten sie Transparente auf. „Hier Zimmer frei für Refugees“ stand darauf, oder: „Zu schön um leer zu sein“. So wollten sie den ungenutzten Leerstand für die Öffentlichkeit sichtbar machen. „Die Stadt muss zumindest ihre Leerstände für die Unterbringung prekarisierter Menschen zur Verfügung stellen, damit niemand in Zelten oder Containern schlafen muss“, schreiben die Scheinbesetzer in ihrer Erklärung.

Unter den „besetzten“ Häusern ist auch die Ottenser Zeißstraße 5, in der seit acht Jahren mit Wissen der Behörden Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Saga GWG leer stehen. Über diesen Leerstand hatten wir am 19. Dezember in unserem Leerstands-Adventskalender berichtet. Darin schreiben wir auch über 23 weitere Gebäude, in denen eigentlich Platz für Obdachlose und Flüchtlinge wäre.

Text: BELA
Foto: Ausschnitt aus Indymedia-Bildmaterial, Lizenz CC BY-SA

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.